{"id":1075,"date":"2022-02-16T17:55:57","date_gmt":"2022-02-16T16:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1075"},"modified":"2022-02-16T18:02:55","modified_gmt":"2022-02-16T17:02:55","slug":"grosses-spektakel","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/grosses-spektakel\/","title":{"raw":"Grosses Spektakel!","rendered":"Grosses Spektakel!"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Stadionanlagen, wie man sie heute aus dem Fussballsport kennt, haben ihre Vorbilder in der Antike. Zun\u00e4chst mag man dabei an das gewaltige Colosseum denken, das im 1. Jh. n. Chr. in Rom erbaut wurde, und das dank der raffinierten Architektur rund 50'000 Zuschauenden Platz bot (vergleiche dazu: das Letzigrund-Stadion hat bei einem Fussballspiel Platz f\u00fcr ca. 30'000 Besucher*innen).<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Tats\u00e4chlich greift aber auch dieses antike r\u00f6mische Bauwerk auf Bekanntes zur\u00fcck, n\u00e4mlich auf die griechischen Theateranlagen. Diese dienten allerdings nicht als B\u00fchne f\u00fcr Sport und Spiel, sondern es fanden dort literarische Wettk\u00e4mpfe statt. Mehrere Dichter liessen ihre Theaterst\u00fccke auff\u00fchren; streng geregelt bestand eine Auff\u00fchrung aus drei ernsten St\u00fccken, denen ein komisches St\u00fcck folgte: Drei Trag\u00f6dien und eine Kom\u00f6die.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1079\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"wp-image-1079 size-medium\" \/><\/a> Das Dionysostheater in Athen[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Eine der ber\u00fchmtesten Theateranlagen, die heute noch erhalten sind, ist das Dionysostheater in Athen. An dessen Architektur l\u00e4sst sich gut erkennen, dass die Griechen stets die bereits vorhandene Hanglage f\u00fcr die Errichtung eines Theaters nutzten; sie betteten sozusagen das Theater in die Landschaft ein. Bei der Gr\u00f6sse des Dionysostheaters kann man leicht vergessen, dass das Theater urspr\u00fcnglich zu einem Heiligtum geh\u00f6rte. Da dem B\u00fchnenspiel im Laufe der Zeit aber immer mehr Bedeutung zukam, entwickelte sich das Theater bereits bei den Griechen zum Hauptelement des Heiligtums; Tempel und Altar traten immer mehr in den Hintergrund.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1082\" align=\"alignleft\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"222\" class=\"wp-image-1082 size-medium\" \/><\/a> Rekonstruktion des Dionysostheaters in r\u00f6mischer Zeit[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die kultische Verbindung l\u00e4sst sich aber auch im Namen \u00abDionysostheater\u00bb erkennen: Die Theater-Wettk\u00e4mpfe wurden einmal j\u00e4hrlich zu Ehren des Gottes Dionysos durchgef\u00fchrt. Der Eintritt war kostenlos und die Auff\u00fchrungen allen Athenerinnen und Athenern zug\u00e4nglich. Die Veranstaltungen waren stets gut besucht, denn in ihnen wurden Probleme behandelt, die das ganze Volk und sein Zusammenleben betrafen, z.B. Krieg und Frieden, Pflicht und Entscheidungsfreiheit, Gehorsam und Auflehnung, Gewalt und Macht, das Verh\u00e4ltnis zwischen Menschen und Gottheiten, M\u00e4nnern und Frauen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die bekanntesten Dichter der griechischen Antike waren Aischylos, Sophokles und Euripides, die alle im 5. Jh. v. Chr. lebten, als das griechische Theater seine Bl\u00fctezeit erlebte. Ihre Werke klingen bis heute nach und werden h\u00e4ufig auf modernen B\u00fchnen inszeniert. Bereits die R\u00f6mer*innen liessen sich von der Intensit\u00e4t dieser Texte verzaubern, und so wundert es nicht, dass auch r\u00f6mische Autoren sich von ihnen inspirieren liessen. Die Geschichte der Medea, die du in dieser Lektion kennenlernst, wurde uns zwar vom R\u00f6mer Seneca \u00fcberliefert; dieser schielte bei der Verfassung seines Werkes jedoch auf die gleichnamige Trag\u00f6die des Euripides.<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Stadionanlagen, wie man sie heute aus dem Fussballsport kennt, haben ihre Vorbilder in der Antike. Zun\u00e4chst mag man dabei an das gewaltige Colosseum denken, das im 1. Jh. n. Chr. in Rom erbaut wurde, und das dank der raffinierten Architektur rund 50&#8217;000 Zuschauenden Platz bot (vergleiche dazu: das Letzigrund-Stadion hat bei einem Fussballspiel Platz f\u00fcr ca. 30&#8217;000 Besucher*innen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tats\u00e4chlich greift aber auch dieses antike r\u00f6mische Bauwerk auf Bekanntes zur\u00fcck, n\u00e4mlich auf die griechischen Theateranlagen. Diese dienten allerdings nicht als B\u00fchne f\u00fcr Sport und Spiel, sondern es fanden dort literarische Wettk\u00e4mpfe statt. Mehrere Dichter liessen ihre Theaterst\u00fccke auff\u00fchren; streng geregelt bestand eine Auff\u00fchrung aus drei ernsten St\u00fccken, denen ein komisches St\u00fcck folgte: Drei Trag\u00f6dien und eine Kom\u00f6die.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1079\" aria-describedby=\"caption-attachment-1079\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"wp-image-1079 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-300x225.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-768x576.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-65x49.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-225x169.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_Athen_Dionysos-Theater-350x263.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1079\" class=\"wp-caption-text\">Das Dionysostheater in Athen<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine der ber\u00fchmtesten Theateranlagen, die heute noch erhalten sind, ist das Dionysostheater in Athen. An dessen Architektur l\u00e4sst sich gut erkennen, dass die Griechen stets die bereits vorhandene Hanglage f\u00fcr die Errichtung eines Theaters nutzten; sie betteten sozusagen das Theater in die Landschaft ein. Bei der Gr\u00f6sse des Dionysostheaters kann man leicht vergessen, dass das Theater urspr\u00fcnglich zu einem Heiligtum geh\u00f6rte. Da dem B\u00fchnenspiel im Laufe der Zeit aber immer mehr Bedeutung zukam, entwickelte sich das Theater bereits bei den Griechen zum Hauptelement des Heiligtums; Tempel und Altar traten immer mehr in den Hintergrund.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1082\" aria-describedby=\"caption-attachment-1082\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"222\" class=\"wp-image-1082 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-300x222.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-65x48.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-225x167.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater-350x259.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/12_DionysiusTheater.jpg 754w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1082\" class=\"wp-caption-text\">Rekonstruktion des Dionysostheaters in r\u00f6mischer Zeit<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Die kultische Verbindung l\u00e4sst sich aber auch im Namen \u00abDionysostheater\u00bb erkennen: Die Theater-Wettk\u00e4mpfe wurden einmal j\u00e4hrlich zu Ehren des Gottes Dionysos durchgef\u00fchrt. Der Eintritt war kostenlos und die Auff\u00fchrungen allen Athenerinnen und Athenern zug\u00e4nglich. Die Veranstaltungen waren stets gut besucht, denn in ihnen wurden Probleme behandelt, die das ganze Volk und sein Zusammenleben betrafen, z.B. Krieg und Frieden, Pflicht und Entscheidungsfreiheit, Gehorsam und Auflehnung, Gewalt und Macht, das Verh\u00e4ltnis zwischen Menschen und Gottheiten, M\u00e4nnern und Frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die bekanntesten Dichter der griechischen Antike waren Aischylos, Sophokles und Euripides, die alle im 5. Jh. v. Chr. lebten, als das griechische Theater seine Bl\u00fctezeit erlebte. Ihre Werke klingen bis heute nach und werden h\u00e4ufig auf modernen B\u00fchnen inszeniert. Bereits die R\u00f6mer*innen liessen sich von der Intensit\u00e4t dieser Texte verzaubern, und so wundert es nicht, dass auch r\u00f6mische Autoren sich von ihnen inspirieren liessen. Die Geschichte der Medea, die du in dieser Lektion kennenlernst, wurde uns zwar vom R\u00f6mer Seneca \u00fcberliefert; dieser schielte bei der Verfassung seines Werkes jedoch auf die gleichnamige Trag\u00f6die des Euripides.<\/p>\n","protected":false},"author":700,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-1075","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":1073,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1075"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/users\/700"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1075\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1077,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1075\/revisions\/1077"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/1073"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1075\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=1075"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=1075"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=1075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}