{"id":27,"date":"2022-05-02T12:35:25","date_gmt":"2022-05-02T10:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/125jahrekunstgeschichte\/?post_type=chapter&#038;p=27"},"modified":"2022-07-05T10:26:49","modified_gmt":"2022-07-05T08:26:49","slug":"aera-reinle-maurer","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/chapter\/aera-reinle-maurer\/","title":{"raw":"Das Kunstgeschichtliche Seminar von 1965 bis 1985: Die \u00c4ra Adolf Reinle und Emil Maurer","rendered":"Das Kunstgeschichtliche Seminar von 1965 bis 1985: Die \u00c4ra Adolf Reinle und Emil Maurer"},"content":{"raw":"[caption id=\"attachment_592\" align=\"alignleft\" width=\"205\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-205x300.jpg\" alt=\"Adolf Reinle, Portr\u00e4tfoto von der Umschlagklappe der Publikation\" class=\"wp-image-592 size-medium\" width=\"205\" height=\"300\" \/><\/a> Abb. 1: Adolf Reinle, Portr\u00e4tfoto von der Umschlagklappe der Publikation \u00abDas stellvertretende Bildnis\u00bb, um 1984.<br \/>Adolf Reinle, Das stellvertretende Bildnis. Plastiken und Gem\u00e4lde von der Antike bis ins 19. Jahrhundert, Z\u00fcrich 1984, hintere Umschlagklappe.[\/caption]\r\n\r\nDie zwei Dekaden von 1965 bis 1985 standen ganz im Zeichen von Expansion. Das Kunstgeschichtliche Seminar wuchs in dieser Zeit von einem beschaulichen Betrieb mit zwei ordentlichen Professuren, einer \u00fcberschaubaren Anzahl Studierenden und einem Lehrangebot, das nur selten \u00fcber die Romantik hinausging, zu einem bl\u00fchenden Betrieb mit f\u00fcnf Ordinariaten, einem Extraordinariat und nahezu 400 Studierenden, in dem auch die Kunst der Moderne und Gegenwart einen st\u00e4ndigen Platz in Lehre und Forschung einnahm. Dass dieser Ausbau gelingen konnte, verdankte sich dem zielgerichteten Einsatz des F\u00fchrungsduos, den Professoren Reinle und Maurer. Eingel\u00e4utet wurde diese Zeitspanne durch eine ungl\u00fcckliche Koinzidenz: einen R\u00fccktritt und einen Todesfall.<a href=\"#_ftn1\" id=\"return-footnote-1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Aufgrund dieser beiden Ereignisse war 1965 f\u00fcr das Kunstgeschichtliche Seminar ein einschneidendes Jahr. Auf das Sommersemester 1965 schied Peter Meyer, der seit 1944 am Seminar gelehrt hatte, altershalber aus dem Lehrk\u00f6rper aus. Am 9. November 1965 verstarb Gotthard Jedlicka unerwartet im 67. Altersjahr auf einer Vortragsreise in Duisburg.<a href=\"#_ftn2\" id=\"return-footnote-2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Seine bereits begonnenen Lehrveranstaltungen \u2013 das Wintersemester 1965\/66 lief seit Mitte Oktober \u2013 konnten teilweise von den Privatdozenten Eduard H\u00fcttinger und Richard Z\u00fcrcher zus\u00e4tzlich neben deren eigenen Veranstaltungen \u00fcbernommen werden.<a href=\"#_ftn3\" id=\"return-footnote-3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Immerhin war die Nachfolge Meyers bereits geregelt, so dass ab dem Sommersemester 1965 Adolf Reinle am Seminar lehrte, vorerst f\u00fcr ein Jahr als ausserordentlicher, ab 1966 dann als ordentlicher Professor. (Abb. 1)\r\n\r\nReinle (1920\u20132006) war zum Zeitpunkt seiner Berufung 45 Jahre alt und konnte auf eine beachtliche ausseruniversit\u00e4re Karriere zur\u00fcckblicken. Nach seiner Promotion an der Universit\u00e4t Basel \u2013 notabene als Historiker bzw. Kulturhistoriker, wie er sich zeitlebens selber verstand \u2013 hatte er ab 1947 als Kunstdenkm\u00e4lerinventarisator des Kantons Luzern gewirkt, bevor er ab 1952 f\u00fcr sieben Jahre die Stelle eines Konservators am Kunstmuseum Luzern innehatte. Bereits in dieser Zeit zeichnete sich seine schier unfassbare Schaffenskraft ab: zwischen 1953 und 1968 hatte er nicht nur f\u00fcnf Kunstdenkm\u00e4lerb\u00e4nde des Kantons Luzern, sondern daneben auch noch zwei B\u00e4nde der von Joseph Gantner begonnenen <em>Kunstgeschichte der Schweiz<\/em> verfasst. Von 1956 bis 1965 war er zudem Denkmalpfleger des Kantons Luzern. 1963 habilitierte er sich an der Universit\u00e4t Basel. An der Universit\u00e4t Z\u00fcrich kn\u00fcpfte Reinle inhaltlich an seinen Vorg\u00e4nger Meyer an, der als ausserordentlicher Professor f\u00fcr Kunstgeschichte des Mittelalters und der neuen Zeit unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Architekturgeschichte gewirkt hatte.<a href=\"#_ftn4\" id=\"return-footnote-4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_593\" align=\"alignright\" width=\"220\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-220x300.jpg\" alt=\"Emil Maurer, Portr\u00e4tfoto f\u00fcr die Personenakte der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\" class=\"wp-image-593 size-medium\" width=\"220\" height=\"300\" \/><\/a> Abb. 2: Emil Maurer, Portr\u00e4tfoto f\u00fcr die Personenakte der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Sommersemester 1967.<br \/>Fotostudio Carl Jost, Bern, UZH-Archiv, UAZ AB. 4.086.[\/caption]\r\n\r\nDie Vakanz, die durch den pl\u00f6tzlichen Tod Jedlickas entstanden war, konnte erst auf das Sommersemester 1967 mit Emil Maurer (1917\u20132011) neu besetzt werden. (Abb. 2) Das Seminar musste f\u00fcr die Lehre im ganzen Jahr 1966 entsprechend improvisieren. Welche Herausforderung es bedeutete, die Lehre in dieser Situation abdecken zu k\u00f6nnen, widerspiegelt sich im d\u00fcrftigen Angebot in den Vorlesungsverzeichnissen. Sowohl im Sommersemester 1966 wie auch im Wintersemester 1966\/67 konnten bei Drucklegung noch nicht alle Lehrveranstaltungen angek\u00fcndigt werden. Die L\u00fccken in der Lehre wurden weiterhin mindestens teilweise durch Z\u00fcrcher und H\u00fcttinger aufgefangen; im Wintersemester 1966\/67 wurde zus\u00e4tzlich ein zweist\u00fcndiger Lehrauftrag an den Berner Universit\u00e4tsprofessor Max Huggler erteilt.<a href=\"#_ftn5\" id=\"return-footnote-5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Mit Reinle und Maurer wurden innerhalb von zwei Jahren also gleich beide Lehrst\u00fchle neu besetzt. Mit der Aufwertung von Reinles Stelle zum Ordinariat im Wintersemester 1966\/67 verf\u00fcgte das Seminar nun \u00fcber zwei ordentliche Professuren. Die inhaltliche Aufteilung ergab sich aus den Schwerpunkten der beiden Professoren. W\u00e4hrend sich Reinle in Forschung und Lehre vornehmlich mit dem Mittelalter und der Architektur besch\u00e4ftigte, deckte Maurer die Malerei ab. Bereits die Antrittsvorlesungen beider Professoren zeugen von dieser inhaltlichen Gewichtung; Reinle widmete seine Antrittsvorlesung am 30. Oktober 1965 dem Thema <em>Der sakrale Turmbau im Mittelalter<\/em>,<a href=\"#_ftn6\" id=\"return-footnote-6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> w\u00e4hrend Maurer am 11. Mai 1968 \u00fcber <em>Tradition und Revolution in der italienischen Malerei (Gedanken zu Masaccio)<\/em> sprach.<a href=\"#_ftn7\" id=\"return-footnote-7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Wie Reinle war auch Maurer erst nach einer Karriere als Denkmalpfleger und Kunstdenkm\u00e4lerinventarisator an die Universit\u00e4t zur\u00fcckgekehrt. Drei Jahre \u00e4lter als Reinle hatte Maurer 1949 in Basel seine Promotion zu <em>Jacob Burckhardt und Rubens<\/em> abgeschlossen und wurde daraufhin f\u00fcr die Inventarisierung der Kunstdenkm\u00e4ler des Kantons Aargau verpflichtet. Der von ihm verfasste Band zum Kloster K\u00f6nigsfelden erschien 1954. Nach seiner Habilitation in Basel folgte Maurer zum Sommersemester 1965 einem Ruf an die Universit\u00e4t Bern, den er zugunsten der ordentlichen Professur in Z\u00fcrich als Nachfolger Jedlickas jedoch schon ein Jahr sp\u00e4ter aufgab. Maurer war beim Antritt seiner Stelle in Z\u00fcrich bereits 49 Jahre alt. Die \u00e4hnliche Herkunft und der \u00e4hnliche Werdegang der beiden fast gleichaltrigen M\u00e4nner \u2013 beide stammten aus dem Aargau, hatten in Basel promoviert und habilitiert, beide hatten ihre Sporen in der Kunstdenkm\u00e4lerinventarisation verdient \u2013 f\u00fchrte dazu, dass sich zwischen den beiden kurz nacheinander berufenen Professoren schnell eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohl des Seminars entwickelte. Angesichts steigender Studierendenzahlen musste der Ausbau von Ressourcen \u2013 Finanzen und Personal \u2013 vorangetrieben werden. Der erste fassbare Akt in dieser Hinsicht ist der Antrag auf eine Assistenzprofessur f\u00fcr Richard Z\u00fcrcher, der seit 1947 als Privatdozent am Kunstgeschichtlichen Seminar t\u00e4tig war.<a href=\"#_ftn8\" id=\"return-footnote-8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Obwohl er so lange f\u00fcr die Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich gewirkt hatte wie kein anderer, ist Richard Z\u00fcrcher kaum jemandem aktiv in Erinnerung geblieben.<a href=\"#_ftn9\" id=\"return-footnote-9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> 34 Jahre lang, von seiner Habilitierung 1947 bis zur Emeritierung, lehrte Richard Z\u00fcrcher ununterbrochen am Kunstgeschichtlichen Seminar \u2013 so lange wie keiner vor ihm und keiner nach ihm. Z\u00fcrcher (1911\u20131982) hatte an den Universit\u00e4ten M\u00fcnchen, Wien und Z\u00fcrich Kunstgeschichte, allgemeine Geschichte und neuere deutsche Literatur studiert und anschliessend das Diplom als Hauptlehrer f\u00fcr Geschichte und Kunstgeschichte erworben. 1936 wurde er an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich bei Konrad Escher promoviert mit einer Arbeit, die 1938 unter dem Titel <em>Der Anteil der Nachbarl\u00e4nder an der Entwicklung der deutschen Baukunst im Zeitalter des Sp\u00e4tbarocks<\/em> publiziert wurde; die Habilitation erschien 1947 unter dem Titel <em>Stilprobleme der italienischen Baukunst des Cinquecento<\/em>. Die Publikationst\u00e4tigkeit Z\u00fcrchers sch\u00f6pfte zeitlebens aus dieser Forschung, hatte er doch offenbar ein \u00abgeradezu missionarisches Bed\u00fcrfnis, seine vertieften Interpretationen von Kunstwerken der Vergangenheit einem weiten interessierten oder zu interessierenden Kreis von Menschen aller St\u00e4nde nahezubringen\u00bb,<a href=\"#_ftn10\" id=\"return-footnote-10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> was sich auch darin \u00e4usserte, dass er viele Jahre als Dozent an der Volkshochschule Z\u00fcrich wirkte. Dass seine vielen Publikationen eher popul\u00e4rwissenschaftlich ausgerichtet waren, wurde ihm von den Kollegen auch vorgeworfen und h\u00e4tte beinahe verhindert, dass er 1968 eine vollamtliche Assistenzprofessur am Kunstgeschichtlichen Seminar erhielt.\r\n\r\nDie Ernennung Z\u00fcrchers zum Assistenzprofessor erfolgte 1968 auf Antrag der beiden Professoren Maurer und Reinle. Die Hauptbegr\u00fcndung lag darin, dass die Studierendenzahlen in den vorangegangenen Jahren stetig angestiegen waren und dadurch die Belastung der Proseminare unertr\u00e4glich geworden sei. Durchschnittlich betreuten die beiden Ordinarii in jedem Proseminar je 120 Studierende, was den Ruf nach Entlastung durchaus nachvollziehbar macht. Der Antrag wird ausserdem damit begr\u00fcndet, dass die Fokussierung auf die Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t den Vorgeschlagenen von der \u00abZersplitterung seiner Kr\u00e4fte\u00bb entlaste. In der Sitzung vom 2. Mai 1968 stimmte der Regierungsrat dem Antrag zu. Das Lehrdeputat f\u00fcr Z\u00fcrcher wurde auf vier bis f\u00fcnf Wochenstunden Vorlesungen und \u00dcbungen festgelegt.<a href=\"#_ftn11\" id=\"return-footnote-11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Bereits seit dem fatalen Wintersemester 1965\/66 hatte Richard Z\u00fcrcher regelm\u00e4ssig Lehrveranstaltungen im Umfang von vier bis f\u00fcnf Wochenstunden \u00fcbernommen (w\u00e4hrend es zuvor in der Regel 3, h\u00f6chstens 4 Stunden gewesen waren), was aus den Vorlesungsverzeichnissen jener Jahre hervorgeht. Die Ernennung zum Assistenzprofessor institutionalisierte insofern also einen bereits etablierten Zustand. Ab dem Wintersemester 1968\/69 lehrte Z\u00fcrcher nun offiziell als Assistenzprofessor. Im Grundstudium wurde ab diesem Zeitpunkt eine klare Unterteilung vorgenommen: Die Hauptfachstudierenden besuchten Proseminare bei Maurer und Reinle, w\u00e4hrend Z\u00fcrcher die Einf\u00fchrungsveranstaltungen f\u00fcr die Nebenfachstudierenden \u00fcbertragen wurde.<a href=\"#_ftn12\" id=\"return-footnote-12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Ab 1971 wurde der Lehrk\u00f6rper um zwei neue Privatdozenten erweitert. Johannes Dobai (1929\u20131985), 1956 aus Ungarn emigriert, wurde von Emil Maurer gef\u00f6rdert, was ihm, nachdem er 1959 in Wien \u00fcber Gustav Klimt promoviert hatte, einen Neuanfang an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich erm\u00f6glichte. Dobai lehrte bis zu seinem krankheitsbedingten R\u00fccktritt 1983 regelm\u00e4ssig zu Themen der Malerei des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts und erweiterte damit das Lehrangebot substantiell. Mit seiner freien Vortragsweise und unkonventionellen Art wusste er die Studierenden zu begeistern, wie in den Nachrufen auf den mit nur 66 Jahren Verstorbenen zu lesen ist.<a href=\"#_ftn13\" id=\"return-footnote-13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Eine bedeutende Erweiterung des Studienangebots verdankte sich zudem Hans-Rudolf Sennhauser (* 1931), der seit dem Sommersemester 1968 regelm\u00e4ssige Lehrauftr\u00e4ge zur Arch\u00e4ologie des Mittelalters \u00fcbernahm. Mit der Ernennung zum Privatdozenten 1971 verstetigte sich dieses Angebot. Praxisnahe \u00dcbungen und Arbeitswochen, Vorlesungen und Seminare zum fr\u00fchchristlichen und mittelalterlichen Sakralbau geh\u00f6rten fortan zum regelm\u00e4ssigen Lehrangebot. 1980 wurde Sennhauser schliesslich zum ausserordentlichen Professor ernannt.<a href=\"#_ftn14\" id=\"return-footnote-14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Ein grosses Anliegen von Reinle und Maurer war seit Jahren die Schaffung eines Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst, was schon im Antrag auf Ernennung von Hans-Rudolf Sennhauser zum Assistenzprofessor vom 19. Februar 1971 w\u00f6rtlich betont wurde: \u00abEs w\u00e4re \u00e4usserst fruchtbar, wenn f\u00fcr die Gebiete der fr\u00fchmittelalterlichen Kunst einerseits, der modernen und modernsten Kunst anderseits je eine Assistenzprofessur geschaffen werden k\u00f6nnte.\u00bb<a href=\"#_ftn15\" id=\"return-footnote-15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Es sollte noch \u00fcber zehn Jahre vergehen, bis dieser zweite Wunsch verwirklicht werden konnte. Das Lehrangebot in der Kunstgeschichte der Gegenwart blieb jahrelang d\u00fcrftig, obwohl die Nachfrage seitens der Studierenden bei Themen, die \u00fcber das 19. Jahrhundert hinaus gingen, gross war. W\u00e4hrend die aussereurop\u00e4ische Kunst schon seit 1960 durch die Privatdozentin Elsy Leuzinger ihren festen Platz im Lehrangebot des Kunstgeschichtlichen Seminars eingenommen hatte, wurde die Kunst des 20. Jahrhunderts und insbesondere die zeitgen\u00f6ssische Kunst weiterhin kaum gelehrt. Dass Vorlesungen wie \u00abEurop\u00e4ische Baukunst von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart\u00bb durch Richard Z\u00fcrcher oder \u00abPlastik nach 1945\u00bb durch den damaligen Direktor des Kunstmuseums Basel, Franz Meyer, erstmals 1969 angeboten wurden,<a href=\"#_ftn16\" id=\"return-footnote-16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> mag mit den Forderungen der progressiven Studentenbewegungen der Zeit zusammenh\u00e4ngen. Zwar l\u00e4sst sich diese Korrelation nicht beweisen; es f\u00e4llt jedoch auf, dass ein vergleichbares Lehrangebot bis dahin komplett gefehlt hatte. Punktuell wurde das Lehrangebot seit den fr\u00fchen 1970er-Jahren immer wieder mit Gastdozierenden erg\u00e4nzt, die zu Themen des 20. Jahrhunderts lehrten. Willy Rotzler, der sp\u00e4tere Mitbegr\u00fcnder des Vereins Kunsthalle Z\u00fcrich und der Stiftung f\u00fcr konstruktive und konkrete Kunst, \u00fcbernahm w\u00e4hrend mehrerer Semester Lehrveranstaltungen zum Surrealismus; Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth, Professor an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, wirkte als Gastdozent zu Photographie-Themen. Durch die Veranstaltungen von Johannes Dobai wurde zudem seit 1971 eine thematische Kontinuit\u00e4t in diesem Bereich garantiert und damit die Verstetigung vorbereitet.\r\n\r\nR\u00fccktritte und Ausbau des Lehrk\u00f6rpers pr\u00e4gten die fr\u00fchen 1980er-Jahre. Mit der Schaffung eines neuen ordentlichen Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst ging endlich der langgehegte Wunsch nach einer Institutionalisierung von Lehre und Forschung in der neuesten Kunst in Erf\u00fcllung. Auf das Wintersemester 1982\/83 wurde der Reinle-Sch\u00fcler Stanislaus von Moos (* 1940) auf den neu geschaffenen Lehrstuhl berufen.<a href=\"#_ftn17\" id=\"return-footnote-17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Seinen Einstand in der Lehre gab von Moos mit einem Proseminar zu <em>Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus<\/em> und einem Seminar \u00fcber <em>Aspekte der Schweizer Architektur, 1930\u20131940<\/em>.<a href=\"#_ftn18\" id=\"return-footnote-18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Im gleichen Jahr wurde Helmut Brinker, der seit 1978 als Extraordinarius ad personam mit halber Lehrverpflichtung f\u00fcr die Kunstgeschichte Ostasiens verpflichtet war, zum Ordinarius bef\u00f6rdert.<a href=\"#_ftn19\" id=\"return-footnote-19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Schliesslich traten zum Ende des Wintersemesters 1981\/82 sowohl Emil Maurer wie auch Richard Z\u00fcrcher altershalber in den Ruhestand.<a href=\"#_ftn20\" id=\"return-footnote-20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Als Nachfolger Maurers wurde auf das Sommersemester 1983 der \u00d6sterreicher Rudolf Preimesberger (* 1936) zum Ordinarius f\u00fcr Kunstgeschichte der Neuzeit ernannt. Gleichzeitig wurde Franz Zelger (* 1941) als zus\u00e4tzlicher Extraordinarius f\u00fcr bildende Kunst berufen.<a href=\"#_ftn21\" id=\"return-footnote-21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Damit war der Lehrk\u00f6rper innert weniger Jahre auf sechs Professoren angewachsen, die das gew\u00fcnschte inhaltlich breit angelegte Spektrum der Kunstgeschichte in Lehre und Forschung abdeckten.\r\n\r\n<strong>Der Mittelbau<\/strong>\r\n\r\nIm Sommer 1971 reichten Maurer und Reinle beim Dekanat einen Antrag f\u00fcr eine wissenschaftliche Assistenzstelle ein, da ein Mittelbau bisher gefehlt hatte. Hilfsassistenzen waren zwar bereits vorhanden, dienten aber vor allem der Administration und Betreuung von Bibliothek, Diathek und Fotothek. F\u00fcr die Stelle wurde auch gleich der passende Kandidat pr\u00e4sentiert: Werner Oechslin (* 1944), der nach seinem Studium in Z\u00fcrich und Rom 1970 an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich promoviert worden war. Die Meriten Oechslins wurden im Antrag ausf\u00fchrlich pr\u00e4sentiert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Antrag entschuldigend darauf hingewiesen wurde, dass der Antrag nicht fr\u00fcher erfolgt sei, weil zuvor kein geeigneter Kandidat aus \u00abeigener Schule\u00bb zur Verf\u00fcgung stand.<a href=\"#_ftn22\" id=\"return-footnote-22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Man war offenbar bestrebt, den Mittelbau mit eigenen Leuten zu best\u00fccken und die Stelle nicht \u00f6ffentlich auszuschreiben, eine Praxis, die zu jener Zeit gang und g\u00e4be war. Oechslin sollte die Stelle drei Jahre bis 1974 innehaben.<a href=\"#_ftn23\" id=\"return-footnote-23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> 1975 \u00fcbernahm Beat Wyss (* 1947) die Assistentenstelle, nachdem er im selben Jahr bei Reinle seine Dissertation abgeschlossen hatte. Bis Ende der 1970er-Jahre blieb es bei dieser einen wissenschaftlichen Assistenz. Aus den Angaben zum wissenschaftlichen und administrativen Personal in den akademischen Berichten und im Vorlesungsverzeichnis der Universit\u00e4t Z\u00fcrich wird h\u00e4ufig nicht klar, f\u00fcr welche T\u00e4tigkeiten die einzelnen Personen zust\u00e4ndig waren. Sowohl die Fotothek wie die Diathek werden von sogenannten Assistenten betreut, wobei diese wohl als administrative Assistenzen zu deuten sind. In der Bibliothek war jeweils eine Bibliothekarin t\u00e4tig, die ebenfalls von einem Assistenten oder einer Assistentin unterst\u00fctzt wurde. Erwerbungsfragen der Bibliothek wurden kurzzeitig auch von Johannes Dobai betreut.<a href=\"#_ftn24\" id=\"return-footnote-24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Der Ausbau des wissenschaftlichen Mittelbaus erfolgte ab 1982 zeitgleich mit der Schaffung eines zus\u00e4tzlichen Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst. Die zweite Assistenzstelle wurde von Pietro Maggi (* 1948) \u00fcbernommen, der kurz zuvor bei Reinle seine Lizentiatsarbeit zur romanischen Portalplastik abgeschlossen hatte. Der weitere Ausbau des Mittelbaus wurde offenbar z\u00fcgig vorangetrieben, so dass im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester 1985 bereits vier Assistierende aufgef\u00fchrt werden.<a href=\"#_ftn25\" id=\"return-footnote-25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Die Mitwirkung in der Lehre oder gar die Durchf\u00fchrung eigener Lehrveranstaltungen waren anf\u00e4nglich f\u00fcr den Mittelbau nicht \u00fcblich. Erstmals f\u00fchrte Reinle gem\u00e4ss Vorlesungsverzeichnis im Sommersemester 1973 sein Proseminar \u00abEinf\u00fchrung in die Architekturgeschichte\u00bb zusammen mit seinem (namentlich im Verzeichnis nicht genannten) Assistenten durch.<a href=\"#_ftn26\" id=\"return-footnote-26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Die Formulierung \u00abA. Reinle mit Assistent\u00bb blieb im Vorlesungsverzeichnis bis zur Emeritierung Reinles bestehen. Einzig Beat Wyss hatte als Assistent ab 1977 wohl auf eigenen Wunsch begonnen, eigene kunstphilosophische und -theoretische \u00dcbungen anzubieten \u2013 Veranstaltungen, die gem\u00e4ss Wyss besonders viel Zulauf seitens der Studierenden erhielten.<a href=\"#_ftn27\" id=\"return-footnote-27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Erst mit der personellen Erweiterung ab dem Wintersemester 1982\/83 wurde es m\u00f6glich, ein spezifisches Einf\u00fchrungstutorat f\u00fcr Erstsemestrige durchzuf\u00fchren, und zwar explizit unter Mitwirkung von Dozenten, Assistenten und Hilfskr\u00e4ften der Zentralbibliothek und der ETH-Bibliothek.<a href=\"#_ftn28\" id=\"return-footnote-28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>\r\n\r\n<strong>Die Studierenden<\/strong>\r\n\r\nWer zwischen 1965 und 1985 am Kunstgeschichtlichen Seminar studierte, wurde durch die symbiotische Zusammenarbeit und inhaltliche Dichotomie der Professoren Reinle und Maurer gepr\u00e4gt. Durch ihre Schule, die sie nie als \u00abSchule\u00bb verstanden wissen wollten,<a href=\"#_ftn29\" id=\"return-footnote-29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> gingen manche Kunsthistoriker und manche Kunsthistorikerinnen, die sp\u00e4ter eine beachtliche Karriere vorweisen konnten. Beat Wyss, der Assistent, erinnert sich aus seiner Studienzeit vor allem daran, dass er sich mit dem \u00abGem\u00fctsmenschen\u00bb Adolf Reinle gut verstand, w\u00e4hrend er sich als Pazifist und Dienstverweigerer gegen\u00fcber dem Offizier Emil Maurer eher befangen f\u00fchlte.<a href=\"#_ftn30\" id=\"return-footnote-30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Im Juni 1968 erfassten die Studentenunruhen mit dem Globuskrawall auch Z\u00fcrich; verschiedene studentische Gruppierungen engagierten sich f\u00fcr eine Demokratisierung des Hochschulwesens und studentische Mitbestimmung. Dass in diesem Rahmen Studierende des Kunstgeschichtlichen Seminars mit konkreten Forderungen nach besseren Betreuungsverh\u00e4ltnissen, mehr R\u00e4umlichkeiten und modernen Lehrformen an die Seminarleitung herangetreten w\u00e4ren, kann nur vermutet werden. Die ung\u00fcnstigen Betreuungsverh\u00e4ltnisse waren ja bereits durch die Professoren selbst bem\u00e4ngelt worden und hatten in der Festanstellung Z\u00fcrchers gem\u00fcndet. Ganz unbeleckt von den zeitgen\u00f6ssischen Studentenbewegungen und deren radikalen Ideen waren wohl auch die so oft als apolitisch verschrienen Kunstgeschichtestudierenden nicht. Beat Wyss erinnert sich, dass er in dieser Zeit an einem Marxismus-Lekt\u00fcrekurs teilnahm: \u00abDie Parallelgesellschaft der Studentenbewegung bot die \u00fcberwachende Geborgenheit einer Sekte. Ein bis zwei Mal die Woche traf man sich zur Lekt\u00fcre von Das Kapital. Nie h\u00e4tte ich es gewagt, einer Sitzung einfach fernzubleiben. Der Gruppendruck heizte sich auf unter dem Tarnnetz des Konspirativen. Viel einfacher war es, die Proseminare zu schw\u00e4nzen, da der offizielle Lehrbetrieb anonym auf den Anf\u00e4nger wirkte. Was interessierte die christliche Ikonographie, die Kathedralen der \u00cele-de-France, die italienische Skulptur der Fr\u00fchrenaissance einen Initianden, der eben in die Marxschen Theorien des Mehrwerts eingeweiht wurde?\u00bb<a href=\"#_ftn31\" id=\"return-footnote-31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Eine andere Wirklichkeit dr\u00fcckt sich in den Erinnerungen Oskar B\u00e4tschmanns aus: um sein Studium zu finanzieren, musste er nebenher arbeiten. Zeit f\u00fcr die Teilnahme an Demonstrationen oder ein politisches Engagement blieb nicht.<a href=\"#_ftn32\" id=\"return-footnote-32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Gar von einer Spaltung in zwei Gruppen von Kunstgeschichtsstudenten und -studentinnen berichtet Jacqueline Burckhardt, die 1979 bei Emil Maurer ihre Lizentiatsarbeit \u00fcber den manieristischen K\u00fcnstler Giulio Romano geschrieben hatte: \u00abMitte 70er gab es bei den Kunstgeschichtsstudenten eine Spaltung. Die eine linke Gruppe nannte sich Basisgruppe und reflektierte marxistische Theorie und interessierte sich sehr f\u00fcr das 19. und 20. Jahrhundert. Die anderen waren die apolitischen Braven, die sich mit historischer Kunst und denkmalpflegerischen Fragen besch\u00e4ftigten. In der Basisgruppe gab es einige wenige die scheuten wie der Teufel das Weihwasser alles, was als Auftragskunst bezeichnet werden kann, womit nat\u00fcrlich der Grossteil der Kunstgeschichte auszuschliessen war. Wer sich wie ich f\u00fcr einen Hofk\u00fcnstler wie Giulio Romano interessierte, galt bei ihnen als stockkonservativ.\u00bb<a href=\"#_ftn33\" id=\"return-footnote-33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Bis Ende der 1960er-Jahre wurde am kunstgeschichtlichen Seminar prim\u00e4r eine Kunstgeschichte der Epochen, Gattungen und Stile gelehrt. Dass dabei seitens der Studierenden das Bed\u00fcrfnis nach Neuerungen aufkam, ist zu erwarten. Eine Erweiterung des Themenspektrums ist ab 1969 erkennbar: im Wintersemester unterrichtete Richard Z\u00fcrcher ein Seminar mit dem Titel <em>Kunst und Gesellschaft<\/em>. Ikonografie, Ikonologie und Aufgaben der Kunst tauchen nun verhalten, aber regelm\u00e4ssig als Themen im Vorlesungsverzeichnis auf.<a href=\"#_ftn34\" id=\"return-footnote-34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> In der Abschiedsvorlesung anl\u00e4sslich seiner Emeritierung gedachte sogar Emil Maurer den revolution\u00e4ren Jahren, denn ohne die 68er, so Maurer, h\u00e4tte er nie \u00abMarx gelesen und dabei ein St\u00fcck tiefen 19. Jahrhunderts kennengelernt\u00bb.<a href=\"#_ftn35\" id=\"return-footnote-35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>\r\n\r\n<strong>Das Seminargeb\u00e4ude R\u00e4mistrasse 73<\/strong>\r\n\r\nSeit 1954 war das Kunstgeschichtliche Seminar zusammen mit dem Arch\u00e4ologischen Institut und dessen Sammlung im Geb\u00e4ude der 1893\u20131895 erbauten ehemaligen Augenklinik an der R\u00e4mistrasse 73 untergebracht.<a href=\"#_ftn36\" id=\"return-footnote-36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Beim Einzug der beiden Institute waren nur geringf\u00fcgige bauliche Anpassungen vorgenommen worden. Das Geb\u00e4ude war marode; insbesondere die Fassade br\u00f6ckelte dermassen, dass im Lauf der Zeit immer mehr dekorative Bauelemente entfernt werden mussten, damit niemand von herabfallenden Gesteinsbrocken erschlagen w\u00fcrde. Der bereits beschlossene Abriss konnte 1973 dank der Intervention der Denkmalpflege unter Walter Drack verhindert werden. Im Fr\u00fchling 1978 hiess der Regierungsrat einen Kredit von 13.6 Mio. Franken f\u00fcr die umfassende Sanierung des Geb\u00e4udes gut.<a href=\"#_ftn37\" id=\"return-footnote-37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Gegen die vermeintliche Luxussanierung formierte sich Widerstand, der in ein Beh\u00f6rdenreferendum m\u00fcndete und das Anliegen im Februar 1979 vor das Z\u00fcrcher Stimmvolk brachte. Im Vorfeld der Abstimmung wurde ein lebhafter Pro- und Kontra-Abstimmungskampf in der Presse ausgetragen. Die beiden betroffenen Seminare meldeten sich in einem durch die Professoren Reinle, Maurer und Brinker sowie den Arch\u00e4ologieprofessor Hans-Peter Isler gezeichneten n\u00fcchternen zweiteiligen Artikel in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung zu Wort. Der Bau wurde darin als Bestandteil der Schanzenbebauung beschrieben und die R\u00e4mistrasse gleich zur \u00abRingstrasse Z\u00fcrichs\u00bb erkl\u00e4rt. Betont wurde auch der Wandel in der Erforschung und Wahrnehmung der Architektur des 19. Jahrhunderts, \u00aban der \u00fcbrigens auch Dozenten und Doktoranden unserer Universit\u00e4t mitbeteiligt waren und sind\u00bb, und dem daraus folgenden Umdenken in der denkmalpflegerischen Praxis. Im zweiten Teil des Artikels wurden die beiden Studienf\u00e4cher in Zahlen und Aktivit\u00e4ten vorgestellt und ihr Gegenwartsbezug und gesellschaftlicher Nutzen hervorgehoben. Nicht zuletzt wurden die beiden Bibliotheken als einzigartig f\u00fcr ihre Fachgebiete gelobt.<a href=\"#_ftn38\" id=\"return-footnote-38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Auch wenn der Artikel in keiner Art und Weise Stellung auf den Abstimmungskampf bezog, diente er sicher dazu, die positive Wahrnehmung der R\u00e4mistrasse 73 und der darin untergebrachten Institute in der \u00d6ffentlichkeit zu verst\u00e4rken. Die Bef\u00fcrworter der Vorlage behielten schliesslich die Oberhand, und der Kredit wurde am 18. Februar 1979 mit einer Zweidrittelmehrheit vom Z\u00fcrcher Stimmvolk gutgeheissen.\r\n\r\nDie vom Architekten Hans von Meyenburg durchgef\u00fchrte Gesamtrenovation dauerte von 1980 bis 1984. Da das Geb\u00e4ude komplett entkernt wurde, mussten die Arch\u00e4ologie und Kunstgeschichte vor\u00fcbergehend in provisorische R\u00e4umlichkeiten im Biologietrakt des Hauptgeb\u00e4udes der Universit\u00e4t an der K\u00fcnstlergasse 16 umziehen. Im M\u00e4rz 1984 bezog das Kunstgeschichtliche Seminar die neu renovierten R\u00e4ume im zweiten Ober- sowie im neu hinzugef\u00fcgten Dachgeschoss. Die Freude war gross, dass nun nicht nur jeder der \u00absechs Dozenten [Reinle, Preimesberger, Sennhauser, Brinker, Zelger, von Moos] ein eigenes B\u00fcro zur Verf\u00fcgung\u00bb gestellt bekam,<a href=\"#_ftn39\" id=\"return-footnote-39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> sondern insgesamt f\u00fcr den Lehrbetrieb mehr Platz vorhanden war. Im Erdgeschoss befinden sich seither Seminarr\u00e4ume, die von der Arch\u00e4ologie und der Kunstgeschichte genutzt werden k\u00f6nnen, im zweiten Obergeschoss wurden die Diathek und die Bibliothek eingerichtet. Allerdings beklagten sich die Studierenden anf\u00e4nglich \u00fcber die k\u00fchle und sterile Atmosph\u00e4re und die leeren W\u00e4nde und kritisierten die giftgr\u00fcnen Bugholzst\u00fchle, mit denen die offene Cafeteria im ersten Obergeschoss m\u00f6bliert worden war.\r\n\r\n<strong>Reinle und Maurer \u2013 eine \u00c4ra geht zu Ende<\/strong>\r\n\r\n\u00abAnderthalb Dezennien hat Emil Maurer mit mir Jahr fu\u0308r Jahr im Vorsitz abwechselnd das Kunstgeschichtliche Seminar geleitet. Ich gestehe neidlos, dass er mit seinem diplomatischen Geschick und finanziellen Vorstellungsverm\u00f6gen der erfolgreichere Chef von uns beiden war. Wenn es darum ging, mit der Erziehungsdirektion, mit dem Rektorat, mit dem Dekanat, in unserer Seminarkonferenz zu reden und zu handeln, wirksame Unterlagen zu erstellen, Statistiken, die fu\u0308r uns zeugen konnten, Gesuche abzufassen, Vertr\u00e4ge zu komponieren, Pflichtenhefte auszuarbeiten, Forderungen mit n\u00f6tigem Nachdruck zu stellen und Finanzquellen zu erschliessen. Der Ausbau unserer Seminarbibliothek, die in diesen Jahren zu einer der gr\u00f6ssten Kunstbibliotheken in Zu\u0308rich wurde, unsere gewaltig wachsende Diasammlung verdanken Emil Maurer entscheidende Impulse. Der wertvollen Sammlung alter Alinari-Photos gew\u00e4hrte er in seinem burckhardtischen Herzen einen besonderen Platz.\u00bb<a href=\"#_ftn40\" id=\"return-footnote-40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Mit diesen Worten anl\u00e4sslich der Verabschiedung seines Kollegen Maurer fasste Reinle die Zusammenarbeit zwischen den beiden Professuren anschaulich zusammen. Was er hier so freundschaftlich ausdr\u00fcckte, l\u00e4sst sich auch in den Jahresberichten der Universit\u00e4t ansatzweise ablesen. Maurer hatte sich offensichtlich unerm\u00fcdlich um finanzielle Zuwendungen bem\u00fcht, um die Seminarausstattung zu verbessern. Wiederholt erhielt das Seminar Zusch\u00fcsse aus der Jubil\u00e4umsspende f\u00fcr die Universit\u00e4t Z\u00fcrich, um die Fotosammlung auszubauen.<a href=\"#_ftn41\" id=\"return-footnote-41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Auch der Bibliotheksbestand wuchs derart an, dass im Akademischen Bericht f\u00fcr das Jahr 1977 vermerkt wurde, die Baukommission habe \u00abeine weitere Belastung der Bibliotheksr\u00e4ume durch Aufstellung zus\u00e4tzlicher B\u00fccher streng untersagt.\u00bb<a href=\"#_ftn42\" id=\"return-footnote-42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> Der zunehmende Platzbedarf der Bibliothek war nicht zuletzt eines der Argumente f\u00fcr die Sanierung des Seminargeb\u00e4udes; w\u00e4hrend die Bibliothek im Jahr 1940 aus gerade mal zwei Tablaren mit 70 B\u00fcchern bestanden hatte, belief sich der Bestand im Jahr 1979 auf rund 30'000 B\u00e4nde.<a href=\"#_ftn43\" id=\"return-footnote-43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Dank der bevorstehenden Geb\u00e4udesanierung konnte die Bibliothek stetig weiterwachsen: 1981 erwirkte Maurer kurz vor seiner Emeritierung eine Finanzierung von 4'000 Franken zur Anschaffung von kunstgeschichtlichen Dissertationen aus den USA.<a href=\"#_ftn44\" id=\"return-footnote-44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> B\u00fccherschenkungen wurden in den Jahresberichten regelm\u00e4ssig erw\u00e4hnt. 1966 gelangten 83 B\u00fccher aus dem Nachlass von Oscar Reinhardt in die Bibliothek, 1972 \u00fcbergab der emeritierte Professor Peter Meyer der Seminarbibliothek eine nicht n\u00e4her bezifferte Menge an B\u00fcchern, Fachzeitschriften und Ausstellungskatalogen, um nur zwei Beispiele zu nennen.<a href=\"#_ftn45\" id=\"return-footnote-45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> W\u00e4hrend Maurer in den Jahresberichten als derjenige erscheint, der zus\u00e4tzliche Finanzquellen anzapfte, trat Reinle als Vermittler und Botschafter auf. Seit 1969 \u00fcbernahm Reinle mehrfach die Aufgabe, anl\u00e4sslich der j\u00e4hrlich stattfindenden Herbsttagung des Z\u00fcrcher Hochschulvereins jeweils eine kunsthistorische F\u00fchrung zu einer Schweizer Sehensw\u00fcrdigkeit anzubieten. Seine pr\u00e4gnanten Worte und sachkundigen Ausf\u00fchrungen wurden von den Mitgliedern des Vereins offenbar sehr gesch\u00e4tzt. Seinen letzten Auftritt hatte Reinle 1983 in der frisch renovierten Klosterkirche Rheinau, die er den Teilnehmenden \u00abbau- und kunstgeschichtlich in brillanter Art\u00bb n\u00e4herbrachte.<a href=\"#_ftn46\" id=\"return-footnote-46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> Nach der Emeritierung Maurers \u00fcbernahm Reinle ein letztes Mal den Posten des Seminarvorstehers, von dem er 1982 durch Helmut Brinker abgel\u00f6st wurde, der das Amt zwei Jahre behielt, bevor Hans-Rudolf Sennhauser \u00fcbernahm. Die Zeit des j\u00e4hrlichen Abwechselns war damit vorbei, das Kollegium bedeutend gr\u00f6sser geworden, Kontinuit\u00e4t wurde durch l\u00e4ngere Amtsdauern gew\u00e4hrleistet. Eine neue \u00c4ra hatte begonnen.\r\n<div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn1\"><\/a>[1] Siehe dazu auch die entsprechenden Passagen im einleitenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. Dort auch zu den gleichzeitig verlaufenden Anf\u00e4ngen des Unterrichts in der <em>Kunst aussereurop\u00e4ischer V\u00f6lker<\/em> durch die Kunstethnologin Elsy Leuzinger. <a href=\"#return-footnote-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn2\"><\/a>[2] JbUZH 1965\/66, S. 20. Vgl. auch den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-2\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 2\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn3\"><\/a>[3] JbUZH 1965\/66, S. 48. <a href=\"#return-footnote-3\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 3\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn4\"><\/a>[4] Ausf\u00fchrlich zum Lebenslauf Reinles, siehe: Der Kunsthistoriker Adolf Reinle (1920\u20132006). Ein Beitrag zur Geschichte der schweizerischen Kunstgeschichte, hrsg. v. Andreas Hauser, Annette B\u00fchler, Erika Feier-Erni und B\u00e9atrice Keller, Regensdorf 2009, <a href=\"https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf\">https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021). <a href=\"#return-footnote-4\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote \">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn5\"><\/a>[5] JbUZH 1966\/67, S. 51. <a href=\"#return-footnote-5\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 5\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn6\"><\/a>[6] Der Titel von Reinles Antrittsvorlesung geht aus der entsprechenden Einladungskarte hervor (siehe dazu UZH-Archiv AB.3.175). <a href=\"#return-footnote-6\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 6\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn7\"><\/a>[7] JbUZH 1968\/69, S. 32. <a href=\"#return-footnote-7\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 7\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn8\"><\/a>[8] Brief des Dekanats der Philosophischen Fakult\u00e4t an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 4. M\u00e4rz 1968, Betreff: Assistenzprofessur f\u00fcr Titularprofessor PD Dr. R. Z\u00fcrcher (UZH-Archiv AL 7.43).<a href=\"#return-footnote-8\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 8\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn9\"><\/a>[9] Im Gegensatz zu Meyer, Reinle und Maurer fehlt f\u00fcr Z\u00fcrcher beispielsweise ein Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz. Vgl. auch in diesem Band den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-9\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 9\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn10\"><\/a>[10] Reinle, Adolf: Richard Z\u00fcrcher zum Gedenken, in: NZZ, Nr. 103, 6. Mai 1982, S. 37. <a href=\"#return-footnote-10\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 10\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn11\"><\/a>[11] Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Z\u00fcrich, Sitzung vom 2. Mai 1968, Nr. 1706 (UZH-Archiv AB.1.1181). <a href=\"#return-footnote-11\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 11\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn12\"><\/a>[12] Die Proseminare Z\u00fcrchers tragen im Vorlesungsverzeichnis seit dem Sommersemester 1969 den Vermerk <em>f\u00fcr <\/em> <em>Studierende der Kunstgeschichte im Nebenfach<\/em>; Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen Sommersemester 1969, S. 62. <a href=\"#return-footnote-12\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 12\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn13\"><\/a>[13] Germann, Georg: Johannes Dobai zum Gedenken, in: Unsere Kunstdenkm\u00e4ler 37, Heft 1 (1986), S. 117\u2013118, hier S. 117 und Maurer, Emil: Nekrolog: Privatdozent Dr. Johannes Dobai, in: JbUZH 1985\/86, nach S. 98. <a href=\"#return-footnote-13\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 13\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn14\"><\/a>[14] Vgl. auch den einf\u00fchrenden Beitrag in diesem Band von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-14\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 14\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn15\"><\/a>[15] Antrag auf Ernennung von PD Dr. Hans-Rudolf Sennhauser zum Assistenzprofessor vom 19. Februar 1971 (UZH-Archiv AL 7.43). <a href=\"#return-footnote-15\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 15\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn16\"><\/a>[16] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Sommersemester 1969, S. 62. <a href=\"#return-footnote-16\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 16\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn17\"><\/a>[17] Von Moos hatte zwar seine Dissertation zu einem Architekturthema der Renaissance mit dem Titel <em>Die Kastelltyp-Variationen des Filarete<\/em> 1971 bei Reinle abgeschlossen, den Grundstein f\u00fcr seine sp\u00e4tere Karriere aber bereits 1968 mit der Publikation des gewichtigen und viel beachteten Bandes <em>Le Corbusier \u2013 Elemente einer Synthese<\/em> gelegt. Von Moos kehrte nach Z\u00fcrich zur\u00fcck, nachdem er zuvor eine Professur an der TU Delft innegehabt hatte; Ursprung, Philip: Ohne Ber\u00fchrungs\u00e4ngste, in: NZZ, Nr. 168, 23. Juli 2010, S. 16. Vgl. dazu auch den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-17\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 17\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn18\"><\/a>[18] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute, Wintersemester 1982\/83, S. 169. <a href=\"#return-footnote-18\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 18\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn19\"><\/a>[19] JbUZH 1982\/83, S. 26. <a href=\"#return-footnote-19\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 19\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn20\"><\/a>[20] JbUZH 1981\/82, S. 29 und 42. <a href=\"#return-footnote-20\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 20\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn21\"><\/a>[21] JbUZH 1983\/84, S. 26 und 37. Vgl. dazu auch den Beitrag von Bettina Gockel in diesem Band sowie den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-21\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 21\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn22\"><\/a>[22] Antrag an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 23.06.1971 (UZH-Archiv AI 7.08). <a href=\"#return-footnote-22\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 22\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn23\"><\/a>[23] Zur weiteren Karriere Oechslins, vgl. Werner Oechslin, Professor emeritus, Curriculum Vitae, <a href=\"https:\/\/www.gta.arch.ethz.ch\/personen\/werner-oechslin\/curriculum-vitae\">https:\/\/www.gta.arch.ethz.ch\/personen\/werner-oechslin\/curriculum-vitae<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021) <a href=\"#return-footnote-23\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 23\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn24\"><\/a>[24] Kunstgeschichtliches Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich [Jahresbericht] 1976\/77, S. 5 (UZH-Archiv I.001.0001). <a href=\"#return-footnote-24\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 24\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn25\"><\/a>[25] Es sind dies Pietro Maggi, Christian N\u00f6tzli, Beat Wismer und Katherina Noser-Vatsella; Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute, S. 77. <a href=\"#return-footnote-25\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 25\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn26\"><\/a>[26] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute Sommersemester 1973, S. 128. <a href=\"#return-footnote-26\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 26\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn27\"><\/a>[27] R\u00e4ber, Stephanie\/Imhof, Dora: Interview mit Beat Wyss vom 4. Juni 2010, Oral History Archive, Transkript, S. 13, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf<\/a> (aufgerufen am 1. September 2021). <a href=\"#return-footnote-27\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 27\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn28\"><\/a>[28] Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1982\/83 (UZH-Archiv I.001.0011). <a href=\"#return-footnote-28\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 28\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn29\"><\/a>[29] Hauser, Andreas: Zum Werk von Adolf Reinle: Ein \u2039Uomo universale\u203a der helvetischen Kunstgeschichte, in: Der Kunsthistoriker Adolf Reinle (1920\u20132006). Ein Beitrag zur Geschichte der schweizerischen Kunstgeschichte, hrsg. v. Andreas Hauser, Annette B\u00fchler, Erika Feier-Erni, B\u00e9atrice Keller, Regensdorf 2009, <a href=\"https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf\">https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021), S. 15\u201325, hier S. 15. <a href=\"#return-footnote-29\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 29\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn30\"><\/a>[30] R\u00e4ber\/Imhof 2010 (wie Anm. 27), S. 5, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021). <a href=\"#return-footnote-30\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 30\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn31\"><\/a>[31] Wyss, Beat: Nach den grossen Erz\u00e4hlungen (edition suhrkamp 2549), Frankfurt a. M. 2009, S. 17\u201318. <a href=\"#return-footnote-31\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 31\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn32\"><\/a>[32] Imhof, Dora: Interview mit Oskar B\u00e4tschmann vom 4. Mai 2010, Oral History Archiv, Transkript, S. 5, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Oskar_Baetschmann_04052010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Oskar_Baetschmann_04052010.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021) <a href=\"#return-footnote-32\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 32\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn33\"><\/a>[33] Sch\u00f6neich, Fabian: Interview mit Jacqueline Burckhardt vom 7. Mai 2008, Oral History Archiv, Transkript, S. 2, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Jacqueline_Burckhardt_07052008.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Jacqueline_Burckhardt_07052008.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021) <a href=\"#return-footnote-33\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 33\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn34\"><\/a>[34] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen Wintersemester 1969\/70, S. 69\u201370. <a href=\"#return-footnote-34\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 34\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn35\"><\/a>[35] Dankesworte von Emil Maurer anl\u00e4sslich seiner Abschiedsvorlesung vom 24. Februar 1982 (UZH-Archiv AB.4.086). <a href=\"#return-footnote-35\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 35\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn36\"><\/a>[36] Vgl. dazu den Beitrag von Nadia Pettannice in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-36\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 36\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn37\"><\/a>[37] Bolli, Rudolf: Denkmalpflegerischer Umbau der fr\u00fcheren Augenklinik in Z\u00fcrich, in: NZZ, Nr. 87, 15.\/16. April 1978, S. 51. <a href=\"#return-footnote-37\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 37\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn38\"><\/a>[38] Isler, Hans-Peter\/Reinle, Adolf\/Maurer, Emil\/Brinker, Helmut: Bindeglied zwischen Universit\u00e4t und ETH: die alte Augenklinik, in: NZZ, Nr. 20, 25. Januar 1979, S. 41, und dies.: Arch\u00e4ologie und Kunstgeschichte. Aktivit\u00e4ten im Haus R\u00e4mistrasse 73, in: NZZ, Nr. 22, 27.\/28. Januar 1979, S. 49\u201350. <a href=\"#return-footnote-38\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 38\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn39\"><\/a>[39] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1983\/84, S. 2 (UZH-Archiv I.001.0013) und Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1984\/85, S. 2 (UZH-Archiv I.001.0015). <a href=\"#return-footnote-39\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 39\">\u21b5<\/a> <a href=\"#return-footnote-39\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 39\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn40\"><\/a>[40] Reinle, Adolf: Zum R\u00fccktritt von Prof. Dr. Emil Maurer aus dem Lehrdienst, in: Unsere Kunstdenkm\u00e4ler 33, Heft 2 (1982), S. 249\u2013250. <a href=\"#return-footnote-40\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 40\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn41\"><\/a>[41] JbUZH 1972\/73, S. 78: Kunsthistorische Photosammlung Fr. 5'000.\u2014; JbUZH 1974\/75, S. 83: Photoausr\u00fcstung f\u00fcr Kunstgeschichtliches Seminar Fr. 3'000.-; JbUZH 1977\/78, S. 70: Anschaffung einer Bilddokumentation Fr. 10'000.-; JbUZH 1972\/73, S. 82: Anschaffung von Photomaterial zur schweizerischen Kunstgeschichte Fr. 3'000.-. <a href=\"#return-footnote-41\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 41\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn42\"><\/a>[42] Kunstgeschichtliches Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich [Jahresbericht] 1977\/78, S. 3 (UZH-Archiv I.001.0003). <a href=\"#return-footnote-42\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 42\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn43\"><\/a>[43] Isler\/Reinle\/Maurer\/Brinker 27.\/28. Januar 1979 (wie Anm. 38), S. 49\u201350, hier S. 50. <a href=\"#return-footnote-43\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 43\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn44\"><\/a>[44] JbUZH 1981\/82, S. 79. Es handelt sich dabei um Dissertationen, die auf Mikrofilm bei University Microfilms in Ann Arbor (Michigan) ver\u00f6ffentlicht wurden und als Druckversion ab Mikrofilm bestellt werden konnten. Die Druckqualit\u00e4t, insbesondere diejenige der Abbildungen, ist \u00e4usserst bescheiden bei gleichzeitig hohen Beschaffungskosten. <a href=\"#return-footnote-44\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 44\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn45\"><\/a>[45] JbUZH 1966\/67, S. 90 und JbUZH 1972\/73, S. 89. Nach dem Tod Meyers 1984 erhielt die Bibliothek weitere B\u00fccher aus seinem Nachlass; siehe JbUZH 1985\/86, S. 92. <a href=\"#return-footnote-45\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 45\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn46\"><\/a>[46] JbUZH 1983\/84, S. 91. <a href=\"#return-footnote-46\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 46\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<figure id=\"attachment_592\" aria-describedby=\"caption-attachment-592\" style=\"width: 205px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-205x300.jpg\" alt=\"Adolf Reinle, Portr\u00e4tfoto von der Umschlagklappe der Publikation\" class=\"wp-image-592 size-medium\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-205x300.jpg 205w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-699x1024.jpg 699w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-768x1124.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-65x95.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-225x329.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1-350x512.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-592\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Adolf Reinle, Portr\u00e4tfoto von der Umschlagklappe der Publikation \u00abDas stellvertretende Bildnis\u00bb, um 1984.<br \/>Adolf Reinle, Das stellvertretende Bildnis. Plastiken und Gem\u00e4lde von der Antike bis ins 19. Jahrhundert, Z\u00fcrich 1984, hintere Umschlagklappe.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die zwei Dekaden von 1965 bis 1985 standen ganz im Zeichen von Expansion. Das Kunstgeschichtliche Seminar wuchs in dieser Zeit von einem beschaulichen Betrieb mit zwei ordentlichen Professuren, einer \u00fcberschaubaren Anzahl Studierenden und einem Lehrangebot, das nur selten \u00fcber die Romantik hinausging, zu einem bl\u00fchenden Betrieb mit f\u00fcnf Ordinariaten, einem Extraordinariat und nahezu 400 Studierenden, in dem auch die Kunst der Moderne und Gegenwart einen st\u00e4ndigen Platz in Lehre und Forschung einnahm. Dass dieser Ausbau gelingen konnte, verdankte sich dem zielgerichteten Einsatz des F\u00fchrungsduos, den Professoren Reinle und Maurer. Eingel\u00e4utet wurde diese Zeitspanne durch eine ungl\u00fcckliche Koinzidenz: einen R\u00fccktritt und einen Todesfall.<a href=\"#_ftn1\" id=\"return-footnote-1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Aufgrund dieser beiden Ereignisse war 1965 f\u00fcr das Kunstgeschichtliche Seminar ein einschneidendes Jahr. Auf das Sommersemester 1965 schied Peter Meyer, der seit 1944 am Seminar gelehrt hatte, altershalber aus dem Lehrk\u00f6rper aus. Am 9. November 1965 verstarb Gotthard Jedlicka unerwartet im 67. Altersjahr auf einer Vortragsreise in Duisburg.<a href=\"#_ftn2\" id=\"return-footnote-2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Seine bereits begonnenen Lehrveranstaltungen \u2013 das Wintersemester 1965\/66 lief seit Mitte Oktober \u2013 konnten teilweise von den Privatdozenten Eduard H\u00fcttinger und Richard Z\u00fcrcher zus\u00e4tzlich neben deren eigenen Veranstaltungen \u00fcbernommen werden.<a href=\"#_ftn3\" id=\"return-footnote-3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Immerhin war die Nachfolge Meyers bereits geregelt, so dass ab dem Sommersemester 1965 Adolf Reinle am Seminar lehrte, vorerst f\u00fcr ein Jahr als ausserordentlicher, ab 1966 dann als ordentlicher Professor. (Abb. 1)<\/p>\n<p>Reinle (1920\u20132006) war zum Zeitpunkt seiner Berufung 45 Jahre alt und konnte auf eine beachtliche ausseruniversit\u00e4re Karriere zur\u00fcckblicken. Nach seiner Promotion an der Universit\u00e4t Basel \u2013 notabene als Historiker bzw. Kulturhistoriker, wie er sich zeitlebens selber verstand \u2013 hatte er ab 1947 als Kunstdenkm\u00e4lerinventarisator des Kantons Luzern gewirkt, bevor er ab 1952 f\u00fcr sieben Jahre die Stelle eines Konservators am Kunstmuseum Luzern innehatte. Bereits in dieser Zeit zeichnete sich seine schier unfassbare Schaffenskraft ab: zwischen 1953 und 1968 hatte er nicht nur f\u00fcnf Kunstdenkm\u00e4lerb\u00e4nde des Kantons Luzern, sondern daneben auch noch zwei B\u00e4nde der von Joseph Gantner begonnenen <em>Kunstgeschichte der Schweiz<\/em> verfasst. Von 1956 bis 1965 war er zudem Denkmalpfleger des Kantons Luzern. 1963 habilitierte er sich an der Universit\u00e4t Basel. An der Universit\u00e4t Z\u00fcrich kn\u00fcpfte Reinle inhaltlich an seinen Vorg\u00e4nger Meyer an, der als ausserordentlicher Professor f\u00fcr Kunstgeschichte des Mittelalters und der neuen Zeit unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Architekturgeschichte gewirkt hatte.<a href=\"#_ftn4\" id=\"return-footnote-4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_593\" aria-describedby=\"caption-attachment-593\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-220x300.jpg\" alt=\"Emil Maurer, Portr\u00e4tfoto f\u00fcr die Personenakte der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\" class=\"wp-image-593 size-medium\" width=\"220\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-220x300.jpg 220w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-65x89.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-225x307.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2-350x477.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/06\/Blaser-Meier_Abb_2.jpg 574w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-593\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Emil Maurer, Portr\u00e4tfoto f\u00fcr die Personenakte der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Sommersemester 1967.<br \/>Fotostudio Carl Jost, Bern, UZH-Archiv, UAZ AB. 4.086.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Vakanz, die durch den pl\u00f6tzlichen Tod Jedlickas entstanden war, konnte erst auf das Sommersemester 1967 mit Emil Maurer (1917\u20132011) neu besetzt werden. (Abb. 2) Das Seminar musste f\u00fcr die Lehre im ganzen Jahr 1966 entsprechend improvisieren. Welche Herausforderung es bedeutete, die Lehre in dieser Situation abdecken zu k\u00f6nnen, widerspiegelt sich im d\u00fcrftigen Angebot in den Vorlesungsverzeichnissen. Sowohl im Sommersemester 1966 wie auch im Wintersemester 1966\/67 konnten bei Drucklegung noch nicht alle Lehrveranstaltungen angek\u00fcndigt werden. Die L\u00fccken in der Lehre wurden weiterhin mindestens teilweise durch Z\u00fcrcher und H\u00fcttinger aufgefangen; im Wintersemester 1966\/67 wurde zus\u00e4tzlich ein zweist\u00fcndiger Lehrauftrag an den Berner Universit\u00e4tsprofessor Max Huggler erteilt.<a href=\"#_ftn5\" id=\"return-footnote-5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Mit Reinle und Maurer wurden innerhalb von zwei Jahren also gleich beide Lehrst\u00fchle neu besetzt. Mit der Aufwertung von Reinles Stelle zum Ordinariat im Wintersemester 1966\/67 verf\u00fcgte das Seminar nun \u00fcber zwei ordentliche Professuren. Die inhaltliche Aufteilung ergab sich aus den Schwerpunkten der beiden Professoren. W\u00e4hrend sich Reinle in Forschung und Lehre vornehmlich mit dem Mittelalter und der Architektur besch\u00e4ftigte, deckte Maurer die Malerei ab. Bereits die Antrittsvorlesungen beider Professoren zeugen von dieser inhaltlichen Gewichtung; Reinle widmete seine Antrittsvorlesung am 30. Oktober 1965 dem Thema <em>Der sakrale Turmbau im Mittelalter<\/em>,<a href=\"#_ftn6\" id=\"return-footnote-6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> w\u00e4hrend Maurer am 11. Mai 1968 \u00fcber <em>Tradition und Revolution in der italienischen Malerei (Gedanken zu Masaccio)<\/em> sprach.<a href=\"#_ftn7\" id=\"return-footnote-7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Wie Reinle war auch Maurer erst nach einer Karriere als Denkmalpfleger und Kunstdenkm\u00e4lerinventarisator an die Universit\u00e4t zur\u00fcckgekehrt. Drei Jahre \u00e4lter als Reinle hatte Maurer 1949 in Basel seine Promotion zu <em>Jacob Burckhardt und Rubens<\/em> abgeschlossen und wurde daraufhin f\u00fcr die Inventarisierung der Kunstdenkm\u00e4ler des Kantons Aargau verpflichtet. Der von ihm verfasste Band zum Kloster K\u00f6nigsfelden erschien 1954. Nach seiner Habilitation in Basel folgte Maurer zum Sommersemester 1965 einem Ruf an die Universit\u00e4t Bern, den er zugunsten der ordentlichen Professur in Z\u00fcrich als Nachfolger Jedlickas jedoch schon ein Jahr sp\u00e4ter aufgab. Maurer war beim Antritt seiner Stelle in Z\u00fcrich bereits 49 Jahre alt. Die \u00e4hnliche Herkunft und der \u00e4hnliche Werdegang der beiden fast gleichaltrigen M\u00e4nner \u2013 beide stammten aus dem Aargau, hatten in Basel promoviert und habilitiert, beide hatten ihre Sporen in der Kunstdenkm\u00e4lerinventarisation verdient \u2013 f\u00fchrte dazu, dass sich zwischen den beiden kurz nacheinander berufenen Professoren schnell eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohl des Seminars entwickelte. Angesichts steigender Studierendenzahlen musste der Ausbau von Ressourcen \u2013 Finanzen und Personal \u2013 vorangetrieben werden. Der erste fassbare Akt in dieser Hinsicht ist der Antrag auf eine Assistenzprofessur f\u00fcr Richard Z\u00fcrcher, der seit 1947 als Privatdozent am Kunstgeschichtlichen Seminar t\u00e4tig war.<a href=\"#_ftn8\" id=\"return-footnote-8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Obwohl er so lange f\u00fcr die Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich gewirkt hatte wie kein anderer, ist Richard Z\u00fcrcher kaum jemandem aktiv in Erinnerung geblieben.<a href=\"#_ftn9\" id=\"return-footnote-9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> 34 Jahre lang, von seiner Habilitierung 1947 bis zur Emeritierung, lehrte Richard Z\u00fcrcher ununterbrochen am Kunstgeschichtlichen Seminar \u2013 so lange wie keiner vor ihm und keiner nach ihm. Z\u00fcrcher (1911\u20131982) hatte an den Universit\u00e4ten M\u00fcnchen, Wien und Z\u00fcrich Kunstgeschichte, allgemeine Geschichte und neuere deutsche Literatur studiert und anschliessend das Diplom als Hauptlehrer f\u00fcr Geschichte und Kunstgeschichte erworben. 1936 wurde er an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich bei Konrad Escher promoviert mit einer Arbeit, die 1938 unter dem Titel <em>Der Anteil der Nachbarl\u00e4nder an der Entwicklung der deutschen Baukunst im Zeitalter des Sp\u00e4tbarocks<\/em> publiziert wurde; die Habilitation erschien 1947 unter dem Titel <em>Stilprobleme der italienischen Baukunst des Cinquecento<\/em>. Die Publikationst\u00e4tigkeit Z\u00fcrchers sch\u00f6pfte zeitlebens aus dieser Forschung, hatte er doch offenbar ein \u00abgeradezu missionarisches Bed\u00fcrfnis, seine vertieften Interpretationen von Kunstwerken der Vergangenheit einem weiten interessierten oder zu interessierenden Kreis von Menschen aller St\u00e4nde nahezubringen\u00bb,<a href=\"#_ftn10\" id=\"return-footnote-10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> was sich auch darin \u00e4usserte, dass er viele Jahre als Dozent an der Volkshochschule Z\u00fcrich wirkte. Dass seine vielen Publikationen eher popul\u00e4rwissenschaftlich ausgerichtet waren, wurde ihm von den Kollegen auch vorgeworfen und h\u00e4tte beinahe verhindert, dass er 1968 eine vollamtliche Assistenzprofessur am Kunstgeschichtlichen Seminar erhielt.<\/p>\n<p>Die Ernennung Z\u00fcrchers zum Assistenzprofessor erfolgte 1968 auf Antrag der beiden Professoren Maurer und Reinle. Die Hauptbegr\u00fcndung lag darin, dass die Studierendenzahlen in den vorangegangenen Jahren stetig angestiegen waren und dadurch die Belastung der Proseminare unertr\u00e4glich geworden sei. Durchschnittlich betreuten die beiden Ordinarii in jedem Proseminar je 120 Studierende, was den Ruf nach Entlastung durchaus nachvollziehbar macht. Der Antrag wird ausserdem damit begr\u00fcndet, dass die Fokussierung auf die Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t den Vorgeschlagenen von der \u00abZersplitterung seiner Kr\u00e4fte\u00bb entlaste. In der Sitzung vom 2. Mai 1968 stimmte der Regierungsrat dem Antrag zu. Das Lehrdeputat f\u00fcr Z\u00fcrcher wurde auf vier bis f\u00fcnf Wochenstunden Vorlesungen und \u00dcbungen festgelegt.<a href=\"#_ftn11\" id=\"return-footnote-11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Bereits seit dem fatalen Wintersemester 1965\/66 hatte Richard Z\u00fcrcher regelm\u00e4ssig Lehrveranstaltungen im Umfang von vier bis f\u00fcnf Wochenstunden \u00fcbernommen (w\u00e4hrend es zuvor in der Regel 3, h\u00f6chstens 4 Stunden gewesen waren), was aus den Vorlesungsverzeichnissen jener Jahre hervorgeht. Die Ernennung zum Assistenzprofessor institutionalisierte insofern also einen bereits etablierten Zustand. Ab dem Wintersemester 1968\/69 lehrte Z\u00fcrcher nun offiziell als Assistenzprofessor. Im Grundstudium wurde ab diesem Zeitpunkt eine klare Unterteilung vorgenommen: Die Hauptfachstudierenden besuchten Proseminare bei Maurer und Reinle, w\u00e4hrend Z\u00fcrcher die Einf\u00fchrungsveranstaltungen f\u00fcr die Nebenfachstudierenden \u00fcbertragen wurde.<a href=\"#_ftn12\" id=\"return-footnote-12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Ab 1971 wurde der Lehrk\u00f6rper um zwei neue Privatdozenten erweitert. Johannes Dobai (1929\u20131985), 1956 aus Ungarn emigriert, wurde von Emil Maurer gef\u00f6rdert, was ihm, nachdem er 1959 in Wien \u00fcber Gustav Klimt promoviert hatte, einen Neuanfang an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich erm\u00f6glichte. Dobai lehrte bis zu seinem krankheitsbedingten R\u00fccktritt 1983 regelm\u00e4ssig zu Themen der Malerei des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts und erweiterte damit das Lehrangebot substantiell. Mit seiner freien Vortragsweise und unkonventionellen Art wusste er die Studierenden zu begeistern, wie in den Nachrufen auf den mit nur 66 Jahren Verstorbenen zu lesen ist.<a href=\"#_ftn13\" id=\"return-footnote-13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Eine bedeutende Erweiterung des Studienangebots verdankte sich zudem Hans-Rudolf Sennhauser (* 1931), der seit dem Sommersemester 1968 regelm\u00e4ssige Lehrauftr\u00e4ge zur Arch\u00e4ologie des Mittelalters \u00fcbernahm. Mit der Ernennung zum Privatdozenten 1971 verstetigte sich dieses Angebot. Praxisnahe \u00dcbungen und Arbeitswochen, Vorlesungen und Seminare zum fr\u00fchchristlichen und mittelalterlichen Sakralbau geh\u00f6rten fortan zum regelm\u00e4ssigen Lehrangebot. 1980 wurde Sennhauser schliesslich zum ausserordentlichen Professor ernannt.<a href=\"#_ftn14\" id=\"return-footnote-14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Ein grosses Anliegen von Reinle und Maurer war seit Jahren die Schaffung eines Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst, was schon im Antrag auf Ernennung von Hans-Rudolf Sennhauser zum Assistenzprofessor vom 19. Februar 1971 w\u00f6rtlich betont wurde: \u00abEs w\u00e4re \u00e4usserst fruchtbar, wenn f\u00fcr die Gebiete der fr\u00fchmittelalterlichen Kunst einerseits, der modernen und modernsten Kunst anderseits je eine Assistenzprofessur geschaffen werden k\u00f6nnte.\u00bb<a href=\"#_ftn15\" id=\"return-footnote-15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Es sollte noch \u00fcber zehn Jahre vergehen, bis dieser zweite Wunsch verwirklicht werden konnte. Das Lehrangebot in der Kunstgeschichte der Gegenwart blieb jahrelang d\u00fcrftig, obwohl die Nachfrage seitens der Studierenden bei Themen, die \u00fcber das 19. Jahrhundert hinaus gingen, gross war. W\u00e4hrend die aussereurop\u00e4ische Kunst schon seit 1960 durch die Privatdozentin Elsy Leuzinger ihren festen Platz im Lehrangebot des Kunstgeschichtlichen Seminars eingenommen hatte, wurde die Kunst des 20. Jahrhunderts und insbesondere die zeitgen\u00f6ssische Kunst weiterhin kaum gelehrt. Dass Vorlesungen wie \u00abEurop\u00e4ische Baukunst von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart\u00bb durch Richard Z\u00fcrcher oder \u00abPlastik nach 1945\u00bb durch den damaligen Direktor des Kunstmuseums Basel, Franz Meyer, erstmals 1969 angeboten wurden,<a href=\"#_ftn16\" id=\"return-footnote-16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> mag mit den Forderungen der progressiven Studentenbewegungen der Zeit zusammenh\u00e4ngen. Zwar l\u00e4sst sich diese Korrelation nicht beweisen; es f\u00e4llt jedoch auf, dass ein vergleichbares Lehrangebot bis dahin komplett gefehlt hatte. Punktuell wurde das Lehrangebot seit den fr\u00fchen 1970er-Jahren immer wieder mit Gastdozierenden erg\u00e4nzt, die zu Themen des 20. Jahrhunderts lehrten. Willy Rotzler, der sp\u00e4tere Mitbegr\u00fcnder des Vereins Kunsthalle Z\u00fcrich und der Stiftung f\u00fcr konstruktive und konkrete Kunst, \u00fcbernahm w\u00e4hrend mehrerer Semester Lehrveranstaltungen zum Surrealismus; Josef Adolf Schmoll genannt Eisenwerth, Professor an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, wirkte als Gastdozent zu Photographie-Themen. Durch die Veranstaltungen von Johannes Dobai wurde zudem seit 1971 eine thematische Kontinuit\u00e4t in diesem Bereich garantiert und damit die Verstetigung vorbereitet.<\/p>\n<p>R\u00fccktritte und Ausbau des Lehrk\u00f6rpers pr\u00e4gten die fr\u00fchen 1980er-Jahre. Mit der Schaffung eines neuen ordentlichen Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst ging endlich der langgehegte Wunsch nach einer Institutionalisierung von Lehre und Forschung in der neuesten Kunst in Erf\u00fcllung. Auf das Wintersemester 1982\/83 wurde der Reinle-Sch\u00fcler Stanislaus von Moos (* 1940) auf den neu geschaffenen Lehrstuhl berufen.<a href=\"#_ftn17\" id=\"return-footnote-17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Seinen Einstand in der Lehre gab von Moos mit einem Proseminar zu <em>Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus<\/em> und einem Seminar \u00fcber <em>Aspekte der Schweizer Architektur, 1930\u20131940<\/em>.<a href=\"#_ftn18\" id=\"return-footnote-18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Im gleichen Jahr wurde Helmut Brinker, der seit 1978 als Extraordinarius ad personam mit halber Lehrverpflichtung f\u00fcr die Kunstgeschichte Ostasiens verpflichtet war, zum Ordinarius bef\u00f6rdert.<a href=\"#_ftn19\" id=\"return-footnote-19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Schliesslich traten zum Ende des Wintersemesters 1981\/82 sowohl Emil Maurer wie auch Richard Z\u00fcrcher altershalber in den Ruhestand.<a href=\"#_ftn20\" id=\"return-footnote-20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Als Nachfolger Maurers wurde auf das Sommersemester 1983 der \u00d6sterreicher Rudolf Preimesberger (* 1936) zum Ordinarius f\u00fcr Kunstgeschichte der Neuzeit ernannt. Gleichzeitig wurde Franz Zelger (* 1941) als zus\u00e4tzlicher Extraordinarius f\u00fcr bildende Kunst berufen.<a href=\"#_ftn21\" id=\"return-footnote-21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Damit war der Lehrk\u00f6rper innert weniger Jahre auf sechs Professoren angewachsen, die das gew\u00fcnschte inhaltlich breit angelegte Spektrum der Kunstgeschichte in Lehre und Forschung abdeckten.<\/p>\n<p><strong>Der Mittelbau<\/strong><\/p>\n<p>Im Sommer 1971 reichten Maurer und Reinle beim Dekanat einen Antrag f\u00fcr eine wissenschaftliche Assistenzstelle ein, da ein Mittelbau bisher gefehlt hatte. Hilfsassistenzen waren zwar bereits vorhanden, dienten aber vor allem der Administration und Betreuung von Bibliothek, Diathek und Fotothek. F\u00fcr die Stelle wurde auch gleich der passende Kandidat pr\u00e4sentiert: Werner Oechslin (* 1944), der nach seinem Studium in Z\u00fcrich und Rom 1970 an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich promoviert worden war. Die Meriten Oechslins wurden im Antrag ausf\u00fchrlich pr\u00e4sentiert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Antrag entschuldigend darauf hingewiesen wurde, dass der Antrag nicht fr\u00fcher erfolgt sei, weil zuvor kein geeigneter Kandidat aus \u00abeigener Schule\u00bb zur Verf\u00fcgung stand.<a href=\"#_ftn22\" id=\"return-footnote-22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Man war offenbar bestrebt, den Mittelbau mit eigenen Leuten zu best\u00fccken und die Stelle nicht \u00f6ffentlich auszuschreiben, eine Praxis, die zu jener Zeit gang und g\u00e4be war. Oechslin sollte die Stelle drei Jahre bis 1974 innehaben.<a href=\"#_ftn23\" id=\"return-footnote-23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> 1975 \u00fcbernahm Beat Wyss (* 1947) die Assistentenstelle, nachdem er im selben Jahr bei Reinle seine Dissertation abgeschlossen hatte. Bis Ende der 1970er-Jahre blieb es bei dieser einen wissenschaftlichen Assistenz. Aus den Angaben zum wissenschaftlichen und administrativen Personal in den akademischen Berichten und im Vorlesungsverzeichnis der Universit\u00e4t Z\u00fcrich wird h\u00e4ufig nicht klar, f\u00fcr welche T\u00e4tigkeiten die einzelnen Personen zust\u00e4ndig waren. Sowohl die Fotothek wie die Diathek werden von sogenannten Assistenten betreut, wobei diese wohl als administrative Assistenzen zu deuten sind. In der Bibliothek war jeweils eine Bibliothekarin t\u00e4tig, die ebenfalls von einem Assistenten oder einer Assistentin unterst\u00fctzt wurde. Erwerbungsfragen der Bibliothek wurden kurzzeitig auch von Johannes Dobai betreut.<a href=\"#_ftn24\" id=\"return-footnote-24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Der Ausbau des wissenschaftlichen Mittelbaus erfolgte ab 1982 zeitgleich mit der Schaffung eines zus\u00e4tzlichen Lehrstuhls f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst. Die zweite Assistenzstelle wurde von Pietro Maggi (* 1948) \u00fcbernommen, der kurz zuvor bei Reinle seine Lizentiatsarbeit zur romanischen Portalplastik abgeschlossen hatte. Der weitere Ausbau des Mittelbaus wurde offenbar z\u00fcgig vorangetrieben, so dass im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester 1985 bereits vier Assistierende aufgef\u00fchrt werden.<a href=\"#_ftn25\" id=\"return-footnote-25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Die Mitwirkung in der Lehre oder gar die Durchf\u00fchrung eigener Lehrveranstaltungen waren anf\u00e4nglich f\u00fcr den Mittelbau nicht \u00fcblich. Erstmals f\u00fchrte Reinle gem\u00e4ss Vorlesungsverzeichnis im Sommersemester 1973 sein Proseminar \u00abEinf\u00fchrung in die Architekturgeschichte\u00bb zusammen mit seinem (namentlich im Verzeichnis nicht genannten) Assistenten durch.<a href=\"#_ftn26\" id=\"return-footnote-26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Die Formulierung \u00abA. Reinle mit Assistent\u00bb blieb im Vorlesungsverzeichnis bis zur Emeritierung Reinles bestehen. Einzig Beat Wyss hatte als Assistent ab 1977 wohl auf eigenen Wunsch begonnen, eigene kunstphilosophische und -theoretische \u00dcbungen anzubieten \u2013 Veranstaltungen, die gem\u00e4ss Wyss besonders viel Zulauf seitens der Studierenden erhielten.<a href=\"#_ftn27\" id=\"return-footnote-27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Erst mit der personellen Erweiterung ab dem Wintersemester 1982\/83 wurde es m\u00f6glich, ein spezifisches Einf\u00fchrungstutorat f\u00fcr Erstsemestrige durchzuf\u00fchren, und zwar explizit unter Mitwirkung von Dozenten, Assistenten und Hilfskr\u00e4ften der Zentralbibliothek und der ETH-Bibliothek.<a href=\"#_ftn28\" id=\"return-footnote-28\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Studierenden<\/strong><\/p>\n<p>Wer zwischen 1965 und 1985 am Kunstgeschichtlichen Seminar studierte, wurde durch die symbiotische Zusammenarbeit und inhaltliche Dichotomie der Professoren Reinle und Maurer gepr\u00e4gt. Durch ihre Schule, die sie nie als \u00abSchule\u00bb verstanden wissen wollten,<a href=\"#_ftn29\" id=\"return-footnote-29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> gingen manche Kunsthistoriker und manche Kunsthistorikerinnen, die sp\u00e4ter eine beachtliche Karriere vorweisen konnten. Beat Wyss, der Assistent, erinnert sich aus seiner Studienzeit vor allem daran, dass er sich mit dem \u00abGem\u00fctsmenschen\u00bb Adolf Reinle gut verstand, w\u00e4hrend er sich als Pazifist und Dienstverweigerer gegen\u00fcber dem Offizier Emil Maurer eher befangen f\u00fchlte.<a href=\"#_ftn30\" id=\"return-footnote-30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Im Juni 1968 erfassten die Studentenunruhen mit dem Globuskrawall auch Z\u00fcrich; verschiedene studentische Gruppierungen engagierten sich f\u00fcr eine Demokratisierung des Hochschulwesens und studentische Mitbestimmung. Dass in diesem Rahmen Studierende des Kunstgeschichtlichen Seminars mit konkreten Forderungen nach besseren Betreuungsverh\u00e4ltnissen, mehr R\u00e4umlichkeiten und modernen Lehrformen an die Seminarleitung herangetreten w\u00e4ren, kann nur vermutet werden. Die ung\u00fcnstigen Betreuungsverh\u00e4ltnisse waren ja bereits durch die Professoren selbst bem\u00e4ngelt worden und hatten in der Festanstellung Z\u00fcrchers gem\u00fcndet. Ganz unbeleckt von den zeitgen\u00f6ssischen Studentenbewegungen und deren radikalen Ideen waren wohl auch die so oft als apolitisch verschrienen Kunstgeschichtestudierenden nicht. Beat Wyss erinnert sich, dass er in dieser Zeit an einem Marxismus-Lekt\u00fcrekurs teilnahm: \u00abDie Parallelgesellschaft der Studentenbewegung bot die \u00fcberwachende Geborgenheit einer Sekte. Ein bis zwei Mal die Woche traf man sich zur Lekt\u00fcre von Das Kapital. Nie h\u00e4tte ich es gewagt, einer Sitzung einfach fernzubleiben. Der Gruppendruck heizte sich auf unter dem Tarnnetz des Konspirativen. Viel einfacher war es, die Proseminare zu schw\u00e4nzen, da der offizielle Lehrbetrieb anonym auf den Anf\u00e4nger wirkte. Was interessierte die christliche Ikonographie, die Kathedralen der \u00cele-de-France, die italienische Skulptur der Fr\u00fchrenaissance einen Initianden, der eben in die Marxschen Theorien des Mehrwerts eingeweiht wurde?\u00bb<a href=\"#_ftn31\" id=\"return-footnote-31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Eine andere Wirklichkeit dr\u00fcckt sich in den Erinnerungen Oskar B\u00e4tschmanns aus: um sein Studium zu finanzieren, musste er nebenher arbeiten. Zeit f\u00fcr die Teilnahme an Demonstrationen oder ein politisches Engagement blieb nicht.<a href=\"#_ftn32\" id=\"return-footnote-32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Gar von einer Spaltung in zwei Gruppen von Kunstgeschichtsstudenten und -studentinnen berichtet Jacqueline Burckhardt, die 1979 bei Emil Maurer ihre Lizentiatsarbeit \u00fcber den manieristischen K\u00fcnstler Giulio Romano geschrieben hatte: \u00abMitte 70er gab es bei den Kunstgeschichtsstudenten eine Spaltung. Die eine linke Gruppe nannte sich Basisgruppe und reflektierte marxistische Theorie und interessierte sich sehr f\u00fcr das 19. und 20. Jahrhundert. Die anderen waren die apolitischen Braven, die sich mit historischer Kunst und denkmalpflegerischen Fragen besch\u00e4ftigten. In der Basisgruppe gab es einige wenige die scheuten wie der Teufel das Weihwasser alles, was als Auftragskunst bezeichnet werden kann, womit nat\u00fcrlich der Grossteil der Kunstgeschichte auszuschliessen war. Wer sich wie ich f\u00fcr einen Hofk\u00fcnstler wie Giulio Romano interessierte, galt bei ihnen als stockkonservativ.\u00bb<a href=\"#_ftn33\" id=\"return-footnote-33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Bis Ende der 1960er-Jahre wurde am kunstgeschichtlichen Seminar prim\u00e4r eine Kunstgeschichte der Epochen, Gattungen und Stile gelehrt. Dass dabei seitens der Studierenden das Bed\u00fcrfnis nach Neuerungen aufkam, ist zu erwarten. Eine Erweiterung des Themenspektrums ist ab 1969 erkennbar: im Wintersemester unterrichtete Richard Z\u00fcrcher ein Seminar mit dem Titel <em>Kunst und Gesellschaft<\/em>. Ikonografie, Ikonologie und Aufgaben der Kunst tauchen nun verhalten, aber regelm\u00e4ssig als Themen im Vorlesungsverzeichnis auf.<a href=\"#_ftn34\" id=\"return-footnote-34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> In der Abschiedsvorlesung anl\u00e4sslich seiner Emeritierung gedachte sogar Emil Maurer den revolution\u00e4ren Jahren, denn ohne die 68er, so Maurer, h\u00e4tte er nie \u00abMarx gelesen und dabei ein St\u00fcck tiefen 19. Jahrhunderts kennengelernt\u00bb.<a href=\"#_ftn35\" id=\"return-footnote-35\"><sup>[35]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Das Seminargeb\u00e4ude R\u00e4mistrasse 73<\/strong><\/p>\n<p>Seit 1954 war das Kunstgeschichtliche Seminar zusammen mit dem Arch\u00e4ologischen Institut und dessen Sammlung im Geb\u00e4ude der 1893\u20131895 erbauten ehemaligen Augenklinik an der R\u00e4mistrasse 73 untergebracht.<a href=\"#_ftn36\" id=\"return-footnote-36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Beim Einzug der beiden Institute waren nur geringf\u00fcgige bauliche Anpassungen vorgenommen worden. Das Geb\u00e4ude war marode; insbesondere die Fassade br\u00f6ckelte dermassen, dass im Lauf der Zeit immer mehr dekorative Bauelemente entfernt werden mussten, damit niemand von herabfallenden Gesteinsbrocken erschlagen w\u00fcrde. Der bereits beschlossene Abriss konnte 1973 dank der Intervention der Denkmalpflege unter Walter Drack verhindert werden. Im Fr\u00fchling 1978 hiess der Regierungsrat einen Kredit von 13.6 Mio. Franken f\u00fcr die umfassende Sanierung des Geb\u00e4udes gut.<a href=\"#_ftn37\" id=\"return-footnote-37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Gegen die vermeintliche Luxussanierung formierte sich Widerstand, der in ein Beh\u00f6rdenreferendum m\u00fcndete und das Anliegen im Februar 1979 vor das Z\u00fcrcher Stimmvolk brachte. Im Vorfeld der Abstimmung wurde ein lebhafter Pro- und Kontra-Abstimmungskampf in der Presse ausgetragen. Die beiden betroffenen Seminare meldeten sich in einem durch die Professoren Reinle, Maurer und Brinker sowie den Arch\u00e4ologieprofessor Hans-Peter Isler gezeichneten n\u00fcchternen zweiteiligen Artikel in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung zu Wort. Der Bau wurde darin als Bestandteil der Schanzenbebauung beschrieben und die R\u00e4mistrasse gleich zur \u00abRingstrasse Z\u00fcrichs\u00bb erkl\u00e4rt. Betont wurde auch der Wandel in der Erforschung und Wahrnehmung der Architektur des 19. Jahrhunderts, \u00aban der \u00fcbrigens auch Dozenten und Doktoranden unserer Universit\u00e4t mitbeteiligt waren und sind\u00bb, und dem daraus folgenden Umdenken in der denkmalpflegerischen Praxis. Im zweiten Teil des Artikels wurden die beiden Studienf\u00e4cher in Zahlen und Aktivit\u00e4ten vorgestellt und ihr Gegenwartsbezug und gesellschaftlicher Nutzen hervorgehoben. Nicht zuletzt wurden die beiden Bibliotheken als einzigartig f\u00fcr ihre Fachgebiete gelobt.<a href=\"#_ftn38\" id=\"return-footnote-38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Auch wenn der Artikel in keiner Art und Weise Stellung auf den Abstimmungskampf bezog, diente er sicher dazu, die positive Wahrnehmung der R\u00e4mistrasse 73 und der darin untergebrachten Institute in der \u00d6ffentlichkeit zu verst\u00e4rken. Die Bef\u00fcrworter der Vorlage behielten schliesslich die Oberhand, und der Kredit wurde am 18. Februar 1979 mit einer Zweidrittelmehrheit vom Z\u00fcrcher Stimmvolk gutgeheissen.<\/p>\n<p>Die vom Architekten Hans von Meyenburg durchgef\u00fchrte Gesamtrenovation dauerte von 1980 bis 1984. Da das Geb\u00e4ude komplett entkernt wurde, mussten die Arch\u00e4ologie und Kunstgeschichte vor\u00fcbergehend in provisorische R\u00e4umlichkeiten im Biologietrakt des Hauptgeb\u00e4udes der Universit\u00e4t an der K\u00fcnstlergasse 16 umziehen. Im M\u00e4rz 1984 bezog das Kunstgeschichtliche Seminar die neu renovierten R\u00e4ume im zweiten Ober- sowie im neu hinzugef\u00fcgten Dachgeschoss. Die Freude war gross, dass nun nicht nur jeder der \u00absechs Dozenten [Reinle, Preimesberger, Sennhauser, Brinker, Zelger, von Moos] ein eigenes B\u00fcro zur Verf\u00fcgung\u00bb gestellt bekam,<a href=\"#_ftn39\" id=\"return-footnote-39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> sondern insgesamt f\u00fcr den Lehrbetrieb mehr Platz vorhanden war. Im Erdgeschoss befinden sich seither Seminarr\u00e4ume, die von der Arch\u00e4ologie und der Kunstgeschichte genutzt werden k\u00f6nnen, im zweiten Obergeschoss wurden die Diathek und die Bibliothek eingerichtet. Allerdings beklagten sich die Studierenden anf\u00e4nglich \u00fcber die k\u00fchle und sterile Atmosph\u00e4re und die leeren W\u00e4nde und kritisierten die giftgr\u00fcnen Bugholzst\u00fchle, mit denen die offene Cafeteria im ersten Obergeschoss m\u00f6bliert worden war.<\/p>\n<p><strong>Reinle und Maurer \u2013 eine \u00c4ra geht zu Ende<\/strong><\/p>\n<p>\u00abAnderthalb Dezennien hat Emil Maurer mit mir Jahr fu\u0308r Jahr im Vorsitz abwechselnd das Kunstgeschichtliche Seminar geleitet. Ich gestehe neidlos, dass er mit seinem diplomatischen Geschick und finanziellen Vorstellungsverm\u00f6gen der erfolgreichere Chef von uns beiden war. Wenn es darum ging, mit der Erziehungsdirektion, mit dem Rektorat, mit dem Dekanat, in unserer Seminarkonferenz zu reden und zu handeln, wirksame Unterlagen zu erstellen, Statistiken, die fu\u0308r uns zeugen konnten, Gesuche abzufassen, Vertr\u00e4ge zu komponieren, Pflichtenhefte auszuarbeiten, Forderungen mit n\u00f6tigem Nachdruck zu stellen und Finanzquellen zu erschliessen. Der Ausbau unserer Seminarbibliothek, die in diesen Jahren zu einer der gr\u00f6ssten Kunstbibliotheken in Zu\u0308rich wurde, unsere gewaltig wachsende Diasammlung verdanken Emil Maurer entscheidende Impulse. Der wertvollen Sammlung alter Alinari-Photos gew\u00e4hrte er in seinem burckhardtischen Herzen einen besonderen Platz.\u00bb<a href=\"#_ftn40\" id=\"return-footnote-40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Mit diesen Worten anl\u00e4sslich der Verabschiedung seines Kollegen Maurer fasste Reinle die Zusammenarbeit zwischen den beiden Professuren anschaulich zusammen. Was er hier so freundschaftlich ausdr\u00fcckte, l\u00e4sst sich auch in den Jahresberichten der Universit\u00e4t ansatzweise ablesen. Maurer hatte sich offensichtlich unerm\u00fcdlich um finanzielle Zuwendungen bem\u00fcht, um die Seminarausstattung zu verbessern. Wiederholt erhielt das Seminar Zusch\u00fcsse aus der Jubil\u00e4umsspende f\u00fcr die Universit\u00e4t Z\u00fcrich, um die Fotosammlung auszubauen.<a href=\"#_ftn41\" id=\"return-footnote-41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Auch der Bibliotheksbestand wuchs derart an, dass im Akademischen Bericht f\u00fcr das Jahr 1977 vermerkt wurde, die Baukommission habe \u00abeine weitere Belastung der Bibliotheksr\u00e4ume durch Aufstellung zus\u00e4tzlicher B\u00fccher streng untersagt.\u00bb<a href=\"#_ftn42\" id=\"return-footnote-42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> Der zunehmende Platzbedarf der Bibliothek war nicht zuletzt eines der Argumente f\u00fcr die Sanierung des Seminargeb\u00e4udes; w\u00e4hrend die Bibliothek im Jahr 1940 aus gerade mal zwei Tablaren mit 70 B\u00fcchern bestanden hatte, belief sich der Bestand im Jahr 1979 auf rund 30&#8217;000 B\u00e4nde.<a href=\"#_ftn43\" id=\"return-footnote-43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Dank der bevorstehenden Geb\u00e4udesanierung konnte die Bibliothek stetig weiterwachsen: 1981 erwirkte Maurer kurz vor seiner Emeritierung eine Finanzierung von 4&#8217;000 Franken zur Anschaffung von kunstgeschichtlichen Dissertationen aus den USA.<a href=\"#_ftn44\" id=\"return-footnote-44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> B\u00fccherschenkungen wurden in den Jahresberichten regelm\u00e4ssig erw\u00e4hnt. 1966 gelangten 83 B\u00fccher aus dem Nachlass von Oscar Reinhardt in die Bibliothek, 1972 \u00fcbergab der emeritierte Professor Peter Meyer der Seminarbibliothek eine nicht n\u00e4her bezifferte Menge an B\u00fcchern, Fachzeitschriften und Ausstellungskatalogen, um nur zwei Beispiele zu nennen.<a href=\"#_ftn45\" id=\"return-footnote-45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> W\u00e4hrend Maurer in den Jahresberichten als derjenige erscheint, der zus\u00e4tzliche Finanzquellen anzapfte, trat Reinle als Vermittler und Botschafter auf. Seit 1969 \u00fcbernahm Reinle mehrfach die Aufgabe, anl\u00e4sslich der j\u00e4hrlich stattfindenden Herbsttagung des Z\u00fcrcher Hochschulvereins jeweils eine kunsthistorische F\u00fchrung zu einer Schweizer Sehensw\u00fcrdigkeit anzubieten. Seine pr\u00e4gnanten Worte und sachkundigen Ausf\u00fchrungen wurden von den Mitgliedern des Vereins offenbar sehr gesch\u00e4tzt. Seinen letzten Auftritt hatte Reinle 1983 in der frisch renovierten Klosterkirche Rheinau, die er den Teilnehmenden \u00abbau- und kunstgeschichtlich in brillanter Art\u00bb n\u00e4herbrachte.<a href=\"#_ftn46\" id=\"return-footnote-46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> Nach der Emeritierung Maurers \u00fcbernahm Reinle ein letztes Mal den Posten des Seminarvorstehers, von dem er 1982 durch Helmut Brinker abgel\u00f6st wurde, der das Amt zwei Jahre behielt, bevor Hans-Rudolf Sennhauser \u00fcbernahm. Die Zeit des j\u00e4hrlichen Abwechselns war damit vorbei, das Kollegium bedeutend gr\u00f6sser geworden, Kontinuit\u00e4t wurde durch l\u00e4ngere Amtsdauern gew\u00e4hrleistet. Eine neue \u00c4ra hatte begonnen.<\/p>\n<div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn1\" id=\"_ftn1\"><\/a>[1] Siehe dazu auch die entsprechenden Passagen im einleitenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. Dort auch zu den gleichzeitig verlaufenden Anf\u00e4ngen des Unterrichts in der <em>Kunst aussereurop\u00e4ischer V\u00f6lker<\/em> durch die Kunstethnologin Elsy Leuzinger. <a href=\"#return-footnote-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn2\" id=\"_ftn2\"><\/a>[2] JbUZH 1965\/66, S. 20. Vgl. auch den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-2\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 2\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn3\" id=\"_ftn3\"><\/a>[3] JbUZH 1965\/66, S. 48. <a href=\"#return-footnote-3\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 3\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn4\" id=\"_ftn4\"><\/a>[4] Ausf\u00fchrlich zum Lebenslauf Reinles, siehe: Der Kunsthistoriker Adolf Reinle (1920\u20132006). Ein Beitrag zur Geschichte der schweizerischen Kunstgeschichte, hrsg. v. Andreas Hauser, Annette B\u00fchler, Erika Feier-Erni und B\u00e9atrice Keller, Regensdorf 2009, <a href=\"https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf\">https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021). <a href=\"#return-footnote-4\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn5\" id=\"_ftn5\"><\/a>[5] JbUZH 1966\/67, S. 51. <a href=\"#return-footnote-5\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 5\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn6\" id=\"_ftn6\"><\/a>[6] Der Titel von Reinles Antrittsvorlesung geht aus der entsprechenden Einladungskarte hervor (siehe dazu UZH-Archiv AB.3.175). <a href=\"#return-footnote-6\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 6\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn7\" id=\"_ftn7\"><\/a>[7] JbUZH 1968\/69, S. 32. <a href=\"#return-footnote-7\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 7\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn8\" id=\"_ftn8\"><\/a>[8] Brief des Dekanats der Philosophischen Fakult\u00e4t an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 4. M\u00e4rz 1968, Betreff: Assistenzprofessur f\u00fcr Titularprofessor PD Dr. R. Z\u00fcrcher (UZH-Archiv AL 7.43).<a href=\"#return-footnote-8\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 8\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn9\" id=\"_ftn9\"><\/a>[9] Im Gegensatz zu Meyer, Reinle und Maurer fehlt f\u00fcr Z\u00fcrcher beispielsweise ein Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz. Vgl. auch in diesem Band den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-9\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 9\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn10\" id=\"_ftn10\"><\/a>[10] Reinle, Adolf: Richard Z\u00fcrcher zum Gedenken, in: NZZ, Nr. 103, 6. Mai 1982, S. 37. <a href=\"#return-footnote-10\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 10\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn11\" id=\"_ftn11\"><\/a>[11] Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Z\u00fcrich, Sitzung vom 2. Mai 1968, Nr. 1706 (UZH-Archiv AB.1.1181). <a href=\"#return-footnote-11\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 11\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn12\" id=\"_ftn12\"><\/a>[12] Die Proseminare Z\u00fcrchers tragen im Vorlesungsverzeichnis seit dem Sommersemester 1969 den Vermerk <em>f\u00fcr <\/em> <em>Studierende der Kunstgeschichte im Nebenfach<\/em>; Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen Sommersemester 1969, S. 62. <a href=\"#return-footnote-12\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 12\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn13\" id=\"_ftn13\"><\/a>[13] Germann, Georg: Johannes Dobai zum Gedenken, in: Unsere Kunstdenkm\u00e4ler 37, Heft 1 (1986), S. 117\u2013118, hier S. 117 und Maurer, Emil: Nekrolog: Privatdozent Dr. Johannes Dobai, in: JbUZH 1985\/86, nach S. 98. <a href=\"#return-footnote-13\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 13\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn14\" id=\"_ftn14\"><\/a>[14] Vgl. auch den einf\u00fchrenden Beitrag in diesem Band von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-14\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 14\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn15\" id=\"_ftn15\"><\/a>[15] Antrag auf Ernennung von PD Dr. Hans-Rudolf Sennhauser zum Assistenzprofessor vom 19. Februar 1971 (UZH-Archiv AL 7.43). <a href=\"#return-footnote-15\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 15\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn16\" id=\"_ftn16\"><\/a>[16] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Sommersemester 1969, S. 62. <a href=\"#return-footnote-16\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 16\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn17\" id=\"_ftn17\"><\/a>[17] Von Moos hatte zwar seine Dissertation zu einem Architekturthema der Renaissance mit dem Titel <em>Die Kastelltyp-Variationen des Filarete<\/em> 1971 bei Reinle abgeschlossen, den Grundstein f\u00fcr seine sp\u00e4tere Karriere aber bereits 1968 mit der Publikation des gewichtigen und viel beachteten Bandes <em>Le Corbusier \u2013 Elemente einer Synthese<\/em> gelegt. Von Moos kehrte nach Z\u00fcrich zur\u00fcck, nachdem er zuvor eine Professur an der TU Delft innegehabt hatte; Ursprung, Philip: Ohne Ber\u00fchrungs\u00e4ngste, in: NZZ, Nr. 168, 23. Juli 2010, S. 16. Vgl. dazu auch den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-17\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 17\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn18\" id=\"_ftn18\"><\/a>[18] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute, Wintersemester 1982\/83, S. 169. <a href=\"#return-footnote-18\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 18\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn19\" id=\"_ftn19\"><\/a>[19] JbUZH 1982\/83, S. 26. <a href=\"#return-footnote-19\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 19\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn20\" id=\"_ftn20\"><\/a>[20] JbUZH 1981\/82, S. 29 und 42. <a href=\"#return-footnote-20\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 20\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn21\" id=\"_ftn21\"><\/a>[21] JbUZH 1983\/84, S. 26 und 37. Vgl. dazu auch den Beitrag von Bettina Gockel in diesem Band sowie den einf\u00fchrenden Beitrag von Carola J\u00e4ggi. <a href=\"#return-footnote-21\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 21\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn22\" id=\"_ftn22\"><\/a>[22] Antrag an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 23.06.1971 (UZH-Archiv AI 7.08). <a href=\"#return-footnote-22\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 22\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn23\" id=\"_ftn23\"><\/a>[23] Zur weiteren Karriere Oechslins, vgl. Werner Oechslin, Professor emeritus, Curriculum Vitae, <a href=\"https:\/\/www.gta.arch.ethz.ch\/personen\/werner-oechslin\/curriculum-vitae\">https:\/\/www.gta.arch.ethz.ch\/personen\/werner-oechslin\/curriculum-vitae<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021) <a href=\"#return-footnote-23\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 23\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn24\" id=\"_ftn24\"><\/a>[24] Kunstgeschichtliches Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich [Jahresbericht] 1976\/77, S. 5 (UZH-Archiv I.001.0001). <a href=\"#return-footnote-24\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 24\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn25\" id=\"_ftn25\"><\/a>[25] Es sind dies Pietro Maggi, Christian N\u00f6tzli, Beat Wismer und Katherina Noser-Vatsella; Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute, S. 77. <a href=\"#return-footnote-25\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 25\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn26\" id=\"_ftn26\"><\/a>[26] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen, Beh\u00f6rden, Dozenten und Institute Sommersemester 1973, S. 128. <a href=\"#return-footnote-26\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 26\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn27\" id=\"_ftn27\"><\/a>[27] R\u00e4ber, Stephanie\/Imhof, Dora: Interview mit Beat Wyss vom 4. Juni 2010, Oral History Archive, Transkript, S. 13, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf<\/a> (aufgerufen am 1. September 2021). <a href=\"#return-footnote-27\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 27\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn28\" id=\"_ftn28\"><\/a>[28] Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1982\/83 (UZH-Archiv I.001.0011). <a href=\"#return-footnote-28\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 28\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn29\" id=\"_ftn29\"><\/a>[29] Hauser, Andreas: Zum Werk von Adolf Reinle: Ein \u2039Uomo universale\u203a der helvetischen Kunstgeschichte, in: Der Kunsthistoriker Adolf Reinle (1920\u20132006). Ein Beitrag zur Geschichte der schweizerischen Kunstgeschichte, hrsg. v. Andreas Hauser, Annette B\u00fchler, Erika Feier-Erni, B\u00e9atrice Keller, Regensdorf 2009, <a href=\"https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf\">https:\/\/www.baudenkmaeler.ch\/downloads\/forschungsgeschichte\/der_kunsthistoriker_adolf_reinle_onlineversion.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021), S. 15\u201325, hier S. 15. <a href=\"#return-footnote-29\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 29\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn30\" id=\"_ftn30\"><\/a>[30] R\u00e4ber\/Imhof 2010 (wie Anm. 27), S. 5, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Beat_Wyss_04062010.pdf<\/a> (aufgerufen am 22. August 2021). <a href=\"#return-footnote-30\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 30\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn31\" id=\"_ftn31\"><\/a>[31] Wyss, Beat: Nach den grossen Erz\u00e4hlungen (edition suhrkamp 2549), Frankfurt a. M. 2009, S. 17\u201318. <a href=\"#return-footnote-31\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 31\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn32\" id=\"_ftn32\"><\/a>[32] Imhof, Dora: Interview mit Oskar B\u00e4tschmann vom 4. Mai 2010, Oral History Archiv, Transkript, S. 5, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Oskar_Baetschmann_04052010.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Oskar_Baetschmann_04052010.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021) <a href=\"#return-footnote-32\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 32\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn33\" id=\"_ftn33\"><\/a>[33] Sch\u00f6neich, Fabian: Interview mit Jacqueline Burckhardt vom 7. Mai 2008, Oral History Archiv, Transkript, S. 2, <a href=\"https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Jacqueline_Burckhardt_07052008.pdf\">https:\/\/www.oralhistoryarchiv.ch\/docs\/interviews\/Jacqueline_Burckhardt_07052008.pdf<\/a> (aufgerufen am 8. August 2021) <a href=\"#return-footnote-33\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 33\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn34\" id=\"_ftn34\"><\/a>[34] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Verzeichnis der Vorlesungen Wintersemester 1969\/70, S. 69\u201370. <a href=\"#return-footnote-34\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 34\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn35\" id=\"_ftn35\"><\/a>[35] Dankesworte von Emil Maurer anl\u00e4sslich seiner Abschiedsvorlesung vom 24. Februar 1982 (UZH-Archiv AB.4.086). <a href=\"#return-footnote-35\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 35\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn36\" id=\"_ftn36\"><\/a>[36] Vgl. dazu den Beitrag von Nadia Pettannice in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-36\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 36\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn37\" id=\"_ftn37\"><\/a>[37] Bolli, Rudolf: Denkmalpflegerischer Umbau der fr\u00fcheren Augenklinik in Z\u00fcrich, in: NZZ, Nr. 87, 15.\/16. April 1978, S. 51. <a href=\"#return-footnote-37\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 37\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn38\" id=\"_ftn38\"><\/a>[38] Isler, Hans-Peter\/Reinle, Adolf\/Maurer, Emil\/Brinker, Helmut: Bindeglied zwischen Universit\u00e4t und ETH: die alte Augenklinik, in: NZZ, Nr. 20, 25. Januar 1979, S. 41, und dies.: Arch\u00e4ologie und Kunstgeschichte. Aktivit\u00e4ten im Haus R\u00e4mistrasse 73, in: NZZ, Nr. 22, 27.\/28. Januar 1979, S. 49\u201350. <a href=\"#return-footnote-38\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 38\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn39\" id=\"_ftn39\"><\/a>[39] Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1983\/84, S. 2 (UZH-Archiv I.001.0013) und Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Kunstgeschichtliches Seminar, Jahresbericht 1984\/85, S. 2 (UZH-Archiv I.001.0015). <a href=\"#return-footnote-39\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 39\">\u21b5<\/a> <a href=\"#return-footnote-39\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 39\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn40\" id=\"_ftn40\"><\/a>[40] Reinle, Adolf: Zum R\u00fccktritt von Prof. Dr. Emil Maurer aus dem Lehrdienst, in: Unsere Kunstdenkm\u00e4ler 33, Heft 2 (1982), S. 249\u2013250. <a href=\"#return-footnote-40\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 40\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn41\" id=\"_ftn41\"><\/a>[41] JbUZH 1972\/73, S. 78: Kunsthistorische Photosammlung Fr. 5&#8217;000.\u2014; JbUZH 1974\/75, S. 83: Photoausr\u00fcstung f\u00fcr Kunstgeschichtliches Seminar Fr. 3&#8217;000.-; JbUZH 1977\/78, S. 70: Anschaffung einer Bilddokumentation Fr. 10&#8217;000.-; JbUZH 1972\/73, S. 82: Anschaffung von Photomaterial zur schweizerischen Kunstgeschichte Fr. 3&#8217;000.-. <a href=\"#return-footnote-41\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 41\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn42\" id=\"_ftn42\"><\/a>[42] Kunstgeschichtliches Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich [Jahresbericht] 1977\/78, S. 3 (UZH-Archiv I.001.0003). <a href=\"#return-footnote-42\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 42\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn43\" id=\"_ftn43\"><\/a>[43] Isler\/Reinle\/Maurer\/Brinker 27.\/28. Januar 1979 (wie Anm. 38), S. 49\u201350, hier S. 50. <a href=\"#return-footnote-43\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 43\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn44\" id=\"_ftn44\"><\/a>[44] JbUZH 1981\/82, S. 79. Es handelt sich dabei um Dissertationen, die auf Mikrofilm bei University Microfilms in Ann Arbor (Michigan) ver\u00f6ffentlicht wurden und als Druckversion ab Mikrofilm bestellt werden konnten. Die Druckqualit\u00e4t, insbesondere diejenige der Abbildungen, ist \u00e4usserst bescheiden bei gleichzeitig hohen Beschaffungskosten. <a href=\"#return-footnote-44\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 44\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn45\" id=\"_ftn45\"><\/a>[45] JbUZH 1966\/67, S. 90 und JbUZH 1972\/73, S. 89. Nach dem Tod Meyers 1984 erhielt die Bibliothek weitere B\u00fccher aus seinem Nachlass; siehe JbUZH 1985\/86, S. 92. <a href=\"#return-footnote-45\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 45\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn46\" id=\"_ftn46\"><\/a>[46] JbUZH 1983\/84, S. 91. <a href=\"#return-footnote-46\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 46\">\u21b5<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":3,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":["susanna-blaser-meier"],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[60],"license":[],"class_list":["post-27","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","contributor-susanna-blaser-meier"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/27","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/27\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":637,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/27\/revisions\/637"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/27\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=27"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=27"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=27"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}