{"id":182,"date":"2022-05-31T17:22:32","date_gmt":"2022-05-31T15:22:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/?post_type=chapter&#038;p=182"},"modified":"2022-06-27T14:46:46","modified_gmt":"2022-06-27T12:46:46","slug":"einzug-der-moderne-gotthard-jedlickas-ernennung-zum-professor-fuer-neuere-und-neueste-kunst-1939","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/chapter\/einzug-der-moderne-gotthard-jedlickas-ernennung-zum-professor-fuer-neuere-und-neueste-kunst-1939\/","title":{"raw":"Einzug der Moderne: Gotthard Jedlickas Ernennung zum Professor f\u00fcr \u00abneuere und neueste\u00bb Kunst (1939)","rendered":"Einzug der Moderne: Gotthard Jedlickas Ernennung zum Professor f\u00fcr \u00abneuere und neueste\u00bb Kunst (1939)"},"content":{"raw":"W\u00f6lfflins Altersr\u00fccktritt 1934 bescherte seinem Kollegen Escher eine f\u00fcnfj\u00e4hrige Alleinvertretung des Faches, da W\u00f6lfflins Ordinariat ad personam ausgesprochen worden war und deshalb keine automatische Nachfolgeregelung nach sich zog.<a href=\"#_ftn1\" id=\"return-footnote-55\"><sup>[55]<\/sup><\/a> Schon zuvor hatte Escher \u00abdie Dissertationen auf dem Gebiete der mittleren und neueren Kunstgeschichte\u00bb alleine zu begutachten und s\u00e4mtliche \u00abDoktorpr\u00fcfungen auf diesem Gebiet abzunehmen\u00bb, da sich W\u00f6lfflin von Anfang an \u00abvon der Pflicht zur Abnahme von Pr\u00fcfungen\u00bb hatte befreien lassen.<a href=\"#_ftn2\" id=\"return-footnote-56\"><sup>[56]<\/sup><\/a>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_184\" align=\"alignleft\" width=\"211\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-211x300.jpg\" alt=\"Franz Stadler\" class=\"wp-image-184 size-medium\" width=\"211\" height=\"300\" \/><\/a> Abb. 12: Franz Stadler, 1914.<br \/>UZH-Archiv AB.1.0949; Foto: Franz Schmelhaus, Z\u00fcrich.[\/caption]\r\n\r\nIn der Lehre wurde Escher unterst\u00fctzt durch die Privatdozenten Franz Stadler (1877\u20131959; Abb. 12), der schon 1913 unter Zemp seine Lehrt\u00e4tigkeit aufgenommen hatte und 1929 zum Titularprofessor ernannt worden war,<a href=\"#_ftn3\" id=\"return-footnote-57\"><sup>[57]<\/sup><\/a> Hans Hoffmann, dem wir weiter unten als Nachfolger von Escher wieder begegnen werden, Gotthard Jedlicka und Josef Gantner. 1939 gelangte die Fakult\u00e4t an den Erziehungsrat mit der Bitte um Wiederbesetzung der zweiten Professur unter Hinweis darauf, dass die Kunstgeschichte seit einigen Jahren \u00abung\u00fcnstiger da[stehe], als vorher viele Jahrzehnte lang\u00bb; die Universit\u00e4t Z\u00fcrich sei die einzige Hochschule in der Schweiz, \u00abin der dieses Fach, das im Doktorexamen als Hauptfach gew\u00e4hlt werden kann, nur durch ein einziges Extraordinariat vertreten wird\u00bb.<a href=\"#_ftn4\" id=\"return-footnote-58\"><sup>[58]<\/sup><\/a> Es gehe \u00abauf die Dauer nicht an, sich auf das Vorhandensein von Privatdozenten zu verlassen. Neben dem dringend notwendigen Ausbau des Faches legt auch die R\u00fccksicht auf die F\u00f6rderung des akademischen Nachwuchses es nahe, nicht auf unbeschr\u00e4nkte Zeit Kr\u00e4fte unentgeltlich in Anspruch zu nehmen, die nach der Leistung Anspruch auf eine solche F\u00f6rderung haben.\u00bb Es wird bei dieser Gelegenheit daran erinnert, dass die Fakult\u00e4t bereits beim R\u00fccktritt Zemps 1928 und der Ernennung Eschers zu dessen Nachfolger erkl\u00e4rt habe, \u00abda\u00df es notwendig sein werde, nach dem R\u00fccktritt W\u00f6lfflins neben Escher eine zweite Pers\u00f6nlichkeit zu stellen, [\u2026] da es im Wesen der Sache liege, da\u00df in diesem Fache eine mehr stofflich gerichtete Pers\u00f6nlichkeit erg\u00e4nzt werden m\u00fcsse durch eine zu Systematik und allgemein geisteshistorischen Gesichtspunkten neigende\u00bb. 1934, beim R\u00fccktritt von W\u00f6lfflin, sei es \u00abnur die R\u00fccksicht auf die Krise\u00bb gewesen, die die Fakult\u00e4t daran gehindert habe, \u00abihren Standpunkt erneut zu vertreten\u00bb. Nach wie vor sei sie \u2013 die Fakult\u00e4t \u2013 der Meinung, \u00abda\u00df dieses gewaltige Gebiet nicht von einer einzelnen Pers\u00f6nlichkeit vertreten werden\u00bb k\u00f6nne. Hinzu komme \u00abals au\u00dferordentliche Erweiterung [\u2026] die Kunst des 19. Jahrhunderts\u00bb, die \u00abzu den bisherigen Aufgaben hinzugetreten\u00bb sei, weshalb es sich \u00abvon selber ergeben\u00bb werde, dass das hier erneut beantragte Extraordinariat \u00abbesonders dieses Gebiet als Zentrum haben wird\u00bb. Aus diesen Erw\u00e4gungen heraus habe die Fakult\u00e4t eine Kommission damit beauftragt, \u00abf\u00fcr einen zeitgem\u00e4\u00dfen Ausbau des akademischen Unterrichtes in Kunstgeschichte Vorschl\u00e4ge zu machen.\u00bb Au\u00dfer den drei eigenen Privatdozenten Stadler, Hoffmann und Jedlicka sei auch der akademische Nachwuchs der \u00fcbrigen Schweizer Universit\u00e4ten \u00abin die \u00dcberlegungen einbezogen\u00bb worden, wobei \u00abhiervon einzig Privatdozent Dr. Reinhardt in Basel nach Pers\u00f6nlichkeit und Leistungen eine ernsthafte und sorgf\u00e4ltige Ber\u00fccksichtigung bedurfte\u00bb.<a href=\"#_ftn5\" id=\"return-footnote-59\"><sup>[59]<\/sup><\/a>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_185\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13.png\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-300x142.png\" alt=\"Cover von Gotthard Jedlickas Buch Henri de Toulouse-Lautrec \" class=\"wp-image-185 size-medium\" width=\"300\" height=\"142\" \/><\/a> Abb. 13: Cover von Gotthard Jedlickas Buch Henri de Toulouse-Lautrec (Berlin 1929), auf dessen Basis Jedlicka 1928 an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich promoviert worden war. <br \/>Foto: ZBZ.[\/caption]\r\n\r\nVorgeschlagen wurde schliesslich Gotthard Jedlicka (1899\u20131965), der zun\u00e4chst Primar- und Sekundarlehrer gewesen war und erst w\u00e4hrend seiner Lehrt\u00e4tigkeit als solcher kunsthistorische Veranstaltungen an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich besuchte.<a href=\"#_ftn6\" id=\"return-footnote-60\"><sup>[60]<\/sup><\/a> 1928 war er an seiner Alma Mater auf Basis einer Schrift \u00fcber Toulouse-Lautrec, dessen Werk er w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Paris-Aufenthaltes kennengelernt hatte, promoviert worden (Abb. 13); f\u00fcr seine 1934 ebenfalls an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich vollzogene Habilitation hatte er eine Studie zum <em>Meister der Karlsruher Passion<\/em> und eine Schrift mit dem Titel <em>Beitr\u00e4ge zu einer Charakteristik der Malerei von Edouard Manet<\/em> eingereicht und die Venia f\u00fcr mittlere und neuere Kunstgeschichte erhalten.<a href=\"#_ftn7\" id=\"return-footnote-61\"><sup>[61]<\/sup><\/a> W\u00f6lfflin und Escher als amtierende Fachvertreter hatten das Habilitationsgesuch von Jedlicka zwar unterst\u00fctzt und seine \u00abfeine Einf\u00fchlungsgabe in k\u00fcnstlerische Werte\u00bb hervorgehoben, aber auch darauf hingewiesen, dass es aus Sicht des Faches derzeit (i. e. 1934) kein Bed\u00fcrfnis nach einer weiteren Fachkraft gebe, da der aktuelle Lehrk\u00f6rper mit seinen beiden Professoren und seinen drei das \u00abGesamtfach der mittleren und neueren Kunstgeschichte\u00bb abdeckenden Privatdozenten f\u00fcr die damals circa acht Fachstudierenden mehr als ausreichend sei.<a href=\"#_ftn8\" id=\"return-footnote-62\"><sup>[62]<\/sup><\/a> Begr\u00fcndet wurde der Vorschlag zur Wahl Jedlickas zum Extraordinarius 1939 dann unter anderem damit, dass \u00abder gegenw\u00e4rtig einzige Fachvertreter der Fakult\u00e4t, Professor Dr. Konrad Escher, [\u2026] bei all seiner umfassenden T\u00e4tigkeit [\u2026] die \u00e4ltere Kunst einschlie\u00dflich der Architektur\u00bb bevorzuge; \u00abeine Hilfe und Entlastung w\u00fcrde er am ehesten in Hinblick auf Dissertationen und Vorlesungen \u00fcber moderne Kunst begr\u00fc\u00dfen und erstreben. [\u2026]\r\n\r\n[caption id=\"attachment_186\" align=\"alignleft\" width=\"189\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-scaled.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-189x300.jpg\" alt=\"Cover des 2019 erschienenen Buches zu Jedlicka und seinen spezifischen kunsthistorischen Analyse- und Lehrmethoden.\" class=\"wp-image-186 size-medium\" width=\"189\" height=\"300\" \/><\/a> Abb. 14: Cover des 2019 erschienenen Buches zu Jedlicka und seinen spezifischen kunsthistorischen Analyse- und Lehrmethoden.<br \/>Foto: KHIST.[\/caption]\r\n\r\nDie Weite des Werks von Dr. Jedlicka offenbart eine geistige Spannkraft, die ihn vor den drei andern Anw\u00e4rtern deutlich heraushebt. Sie zeigt seine Gabe, in geordnetem Wechsel sich in ein Bild zu versenken und wieder sich \u00fcber das Material zu erheben, die Inhalte und ihre Darstellungen durch mannigfaltige Beziehungen vom Bild zum K\u00fcnstler und zu dessen Absicht zu deuten und in ihrer Bedeutsamkeit zu erfassen und zu schildern und dem K\u00fcnstler in der Kunst und Kultur seinen Platz anzuweisen.\u00bb<a href=\"#_ftn9\" id=\"return-footnote-63\"><sup>[63]<\/sup><\/a> Auf dieser Basis wurde Jedlicka zum Wintersemester 1939\/40 zum \u00abau\u00dferordentlichen Professor f\u00fcr Kunstgeschichte unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit Einschlu\u00df der Schweizerischen Kunst dieses Zeitalters\u00bb ernannt, wie damals \u00fcblich zun\u00e4chst f\u00fcr eine Amtsdauer von sechs Jahren. Als Lehrverpflichtung wurden 5\u20138 Wochenstunden Vorlesungen und \u00dcbungen festgesetzt, und erstmals ist im Regierungsratsbescheid zur Wahl von Jedlicka davon die Rede, dass mit der Professur \u00abdie Mitbeteiligung an der Leitung des Kunstgeschichtlichen Seminars\u00bb verbunden sei. Zudem, so wird festgehalten, sei Jedlicka \u00abbei der Wahl von Vorlesungen aus der \u00e4lteren Kunstgeschichte [\u2026] gehalten, sich des Einverst\u00e4ndnisses von Prof. Dr. K. Escher zu versichern\u00bb.<a href=\"#_ftn10\" id=\"return-footnote-64\"><sup>[64]<\/sup><\/a>\r\n\r\nMit seinem Schwerpunkt in der neueren und neuesten Malerei hatte Jedlicka allerdings ein ganz eigenes Profil, so dass es nur selten \u2013 etwa im Bereich der Renaissancekunst \u2013 zu Doppelungen kam.<a href=\"#_ftn11\" id=\"return-footnote-65\"><sup>[65]<\/sup><\/a> Seine Vorlesungen, etwa jene zu \u00abGreco, Velazquez, Goya\u00bb (im WS 1946\/47) oder \u00abDer franz\u00f6sische Impressionismus\u00bb (im WS 1947\/48), erfreuten sich beim Publikum grosser Beliebtheit und zogen jeweils \u00fcber 150 Studierende und H\u00f6rer:innen an.<a href=\"#_ftn12\" id=\"return-footnote-66\"><sup>[66]<\/sup><\/a> (Abb. 14)\r\n\r\n[caption id=\"attachment_187\" align=\"alignright\" width=\"231\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-scaled.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-231x300.jpg\" alt=\"\u00dcbersicht \u00fcber die Professuren f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\" class=\"wp-image-187 size-medium\" width=\"231\" height=\"300\" \/><\/a> Abb. 15: \u00ab\u00dcbersicht \u00fcber die Professuren f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\u00bb, 1870-1944; Beilage zur \u00abEingabe der Philosophischen Fakult\u00e4t I vom 27. Oktober 1944 betr. Professur f\u00fcr Kunstgeschichte\u00bb.<br \/>UZH-Archiv AB.1.0444; Foto: Carola J\u00e4ggi.[\/caption]\r\n\r\nEschers krankheitsbedingter R\u00fccktritt im Sommer 1944 bescherte Jedlicka ein unerwartet rasches Upgrade zum Ordinarius.<a href=\"#_ftn13\" id=\"return-footnote-67\"><sup>[67]<\/sup><\/a> Obwohl Escher vor Erreichung der Altersgrenze ausschied, sein R\u00fccktritt also zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeplant war, reagierte die Fakult\u00e4t umgehend und nahm die Situation zum Anlass, \u00abf\u00fcr die Kunstgeschichte die Schaffung eines vollen Ordinariates zu beantragen. Sie weist darauf hin, da\u00df die Kunstgeschichte an Bedeutung st\u00e4ndig zunehme und sowohl im Rahmen der Fakult\u00e4t als nach au\u00dfen einer Vertretung bed\u00fcrfe, die dieser Bedeutung angemessen sei. Mit Nachdruck hebt die Fakult\u00e4t ferner hervor, da\u00df nur eine planm\u00e4\u00dfig durch lange Zeit zentral und verantwortlich gef\u00fchrte Sammlung von Druckschriften und Kopien aller Art den Vorlesungen des Dozenten denjenigen Rahmen zu geben verm\u00f6ge, der eine fruchtbare Vertiefung seitens der Studierenden erm\u00f6gliche, und da\u00df die Betreuung der stark anwachsenden und weiter sich vermehrenden Best\u00e4nde der kunstgeschichtlichen Abteilung eine Aufgabe sei, die \u00fcber den Aufgabenkreis eines Extraordinariates hinausgehe. Die Fakult\u00e4t hofft, das heutige kunstgeschichtliche Seminar k\u00f6nne dereinst zu einem eigentlichen Institut ausgebaut werden. Wenn sie noch keinen festumrissenen Antrag in dieser Richtung stellt, l\u00e4\u00dft sie sich vor allem durch die R\u00fccksicht auf die gegenw\u00e4rtige Raumnot an der Universit\u00e4t leiten.\u00bb<a href=\"#_ftn14\" id=\"return-footnote-68\"><sup>[68]<\/sup><\/a> (Abb. 15) Hochschulkommission und Erziehungsrat stimmten der Errichtung eines Ordinariates f\u00fcr Kunstgeschichte zu und schlugen \u00abf\u00fcr das Ordinariat und die Betreuung des Seminars oder eines allf\u00e4lligen k\u00fcnftigen kunstgeschichtlichen Institutes\u00bb Gotthard Jedlicka vor, da von den \u00abdenkbaren schweizerischen Anw\u00e4rtern\u00bb keiner diesem gleichzustellen sei und das \u00abdeutschsprachige Ausland [\u2026] aus naheliegenden Gr\u00fcnden\u00bb \u2013 der 2. Weltkrieg war noch nicht beendet \u2013 \u00abau\u00dfer Betracht gelassen\u00bb werde.<a href=\"#_ftn15\" id=\"return-footnote-69\"><sup>[69]<\/sup><\/a> Jedlicka wurde daraufhin zum Sommersemester 1945 ordentlicher Professor f\u00fcr neuere und neueste Kunstgeschichte mit einer Lehrverpflichtung von 8\u201312 Wochenstunden. Zus\u00e4tzlich sei mit dieser Professur \u00abdie Leitung des Kunstgeschichtlichen Seminars und der Bibliothek verbunden\u00bb.<a href=\"#_ftn16\" id=\"return-footnote-70\"><sup>[70]<\/sup><\/a> Mehrfach also \u2013 und dies ist der Grund, weshalb dieser Regierungsratsbeschluss so ausf\u00fchrlich zu Worte kommt \u2013 wird hier auf eine Institutionalisierung der Z\u00fcrcher Kunstgeschichte angespielt, auf die Notwendigkeit, sie zu einem \u2039eigentlichen Institut\u203a auszubauen und mit den n\u00f6tigen Infrastrukturen, allen voran einer ad\u00e4quaten Bibliothek und einer Bildersammlung, auszustatten. Weiter unten wird dieser Punkt nochmals gesondert thematisiert werden.\r\n<div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn1\"><\/a>[55] Vgl. dazu den Schriftwechsel zwischen Dekanat der Philosophischen Fakult\u00e4t I und Erziehungsdirektion im November 1934 (UZH-Archiv AL.7.41). <a href=\"#return-footnote-55\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 55\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn2\"><\/a>[56] Vgl. die \u00abBeilage 1) zur Eingabe der phil. Fakult\u00e4t I vom 27. Oktober 1944 betr. Professur f\u00fcr Kunstgeschichte\u00bb im Dossier AB.1.0444 des UZH-Archivs. <a href=\"#return-footnote-56\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 56\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn3\"><\/a>[57] Der geb\u00fcrtige Ungare Stadler hatte zuerst \u00abtechnische Studien\u00bb in M\u00fcnchen und Berlin, dann Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin und Basel studiert; 1906 Promotion in M\u00fcnster i. W. zu Hans Multscher und dessen Werkstatt, 1913 Habilitation in Z\u00fcrich mit einer Arbeit \u00fcber Michael Wolgemut und den N\u00fcrnberger Holzschnitt im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts, seit WS 1913\/14 PD mit <em>venia<\/em> \u00abNeuere Kunstgeschichte\u00bb; 1929 Ernennung zum Titularprofessor (alle Angaben aus Dokumenten in den Dossiers AB.1.0949 und AB.1.0487 des UZH-Archivs). <a href=\"#return-footnote-57\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 57\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn4\"><\/a>[58] So res\u00fcmiert im RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-58\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 58\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn5\"><\/a>[59] Alle Zitate aus dem in der letzten Anm. genannten RRB. Dass Joseph Gantner nicht unter den in die engere Wahl genommenen Kandidaten figuriert, war seiner Wahl als Ordinarius f\u00fcr Kunstgeschichte an die Universit\u00e4t Basel zum WS\/SS 1938 geschuldet; vgl. den Eintrag zu Joseph Gantner in: Munzinger Online\/Personen \u2013 Internationales Biographisches Archiv, URL: http:\/\/www.munzinger.de\/document\/00000007877 (aufgerufen am 24. August 2021). <a href=\"#return-footnote-59\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 59\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn6\"><\/a>[60] Biographische Angaben zu Jedlicka aus dem RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 und weiteren Dokumenten im Dossier AB.1.0487 des UZH-Archivs. Vgl. auch Reinle, Adolf: Professor Gotthard Jedlicka, 6. Mai 1899 bis 9. November 1965 (Nekrolog), in: JbUZH 1965\/66, S. 90f. sowie den Beitrag von Roger Fayet in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-60\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 60\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn7\"><\/a>[61] RRB vom 30. Juli 1934, Nr. 555. Im Schreiben des Dekans an die Direktion des Erziehungswesens des Kantons Z\u00fcrich vom 25. Juli 1934 heisst es, dass die Fachvertreter in den Gutachten zur Habilitation von Jedlicka vor allem dessen \u00abk\u00fcnstlerische Einf\u00fchlungsgabe\u00bb betont h\u00e4tten \u00abund sein lebendiges Verh\u00e4ltnis zur modernen Malerei\u00bb, aber seiner \u00abDarstellungsgabe\u00bb ein \u00abfeuilletonistischer Einschlag\u00bb attestiert h\u00e4tten. Beide Dokumente finden sich im Dossier AB.1.0487 im UZH-Archiv. <a href=\"#return-footnote-61\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 61\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn8\"><\/a>[62] Vgl. das von W\u00f6lfflin und Escher unterzeichnete Schreiben \u00abHabilitationsgesuch von Dr. Gotthard Jedlicka\u00bb vom 18. bzw. 19. Juni 1934 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-62\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 62\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn9\"><\/a>[63] Dieses und die nachfolgenden Zitate stammen wiederum aus dem in Anm. 58 genannten RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990. Maurer z\u00e4hlte Jedlicka 1983 \u00abzu den letzten Repr\u00e4sentanten der Erlebnis\u00e4sthetik\u00bb; Maurer 1983 (wie Anm. 2), S. 552. <a href=\"#return-footnote-63\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 63\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn10\"><\/a>[64] RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 (wie Anm. 58 und 63). <a href=\"#return-footnote-64\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 64\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn11\"><\/a>[65] Vignau-Wilbert 1976 (wie Anm. 4), S. 124. <a href=\"#return-footnote-65\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 65\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn12\"><\/a>[66] Dies ist der \u00abFrequenz der Vorlesungen von PD G. Jedlicka, von WS 1935\/36 bis SS 1949\u00bb zu entnehmen (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-66\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 66\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn13\"><\/a>[67] Zur Entlassung von Escher siehe den RRB vom 22. Juni 1944, Nr. 1459 (UZH-Archiv AB.1.0228). Escher stand damals in seinem 63. Lebensjahr, im September desselben Jahres starb er. <a href=\"#return-footnote-67\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 67\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn14\"><\/a>[68] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). Im zugrundeliegenden Antrag der Fakult\u00e4t an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 27. Oktober 1944, Betreff: Professur f\u00fcr Kunstgeschichte, heisst es: \u00abDie bisherige Besetzung des Lehrstuhls f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\u00bb habe \u00abim Zeichen der traditionellen Verbindung mit der E.T.H. respektive der Nachwirkung dieser Verbindung\u00bb gestanden. Diese Umst\u00e4nde h\u00e4tten es mit sich gebracht, dass \u00abnie eine geschlossene, von einer einzigen Pers\u00f6nlichkeit mit gesamter Arbeitskraft geleitete Forschungs- und Lehrt\u00e4tigkeit\u00bb entwickelt werden konnte. Der \u00abjetzige Zustand\u00bb mit zwei Extraordinariaten sei \u00abeine letzte indirekte Auswirkung der genannten Verflechtung\u00bb, jetzt aber sei der Zeitpunkt gekommen, \u00abum f\u00fcr die Kunstgeschichte, die sichtbar an Bedeutung gewinnt, ein volles Ordinariat zu errichten und dasselbe einer geeigneten Pers\u00f6nlichkeit zu \u00fcbergeben.\u00bb (UZH-Archiv AB.1.0444). <a href=\"#return-footnote-68\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 68\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn15\"><\/a>[69] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). Die Fakult\u00e4t hatte in ihrem Antrag vom 27. Oktober 1944, Betreff: Professur f\u00fcr Kunstgeschichte, Jedlicka als \u00abGesamtpers\u00f6nlichkeit\u00bb alle Qualit\u00e4ten \u00abeines zum Ordinariat bestimmten Gelehrten\u00bb attestiert: \u00abwissenschaftliche Originalit\u00e4t, Begabung zum Dozieren, Verantwortlichkeit gegen\u00fcber der neu heranwachsenden Generation, F\u00e4higkeit zur Bildung einer \u2039Schule\u203a, Trieb zur Totalit\u00e4t auf dem eigenen Fachgebiet, erstaunliche Arbeitskraft\u00bb. Als Inhaber eines der beiden gegenw\u00e4rtigen Extraordinariate erf\u00fclle er alle Bedingungen \u00abf\u00fcr den zu errichtenden ordentlichen Lehrstuhl und das auszubauende Institut, mit dessen bisheriger Entwicklung er bereits in verdienstlichster Weise verbunden ist.\u00bb (UZH-Archiv AB.1.0444). <a href=\"#return-footnote-69\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 69\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn16\"><\/a>[70] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-70\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 70\">\u21b5<\/a><\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p>W\u00f6lfflins Altersr\u00fccktritt 1934 bescherte seinem Kollegen Escher eine f\u00fcnfj\u00e4hrige Alleinvertretung des Faches, da W\u00f6lfflins Ordinariat ad personam ausgesprochen worden war und deshalb keine automatische Nachfolgeregelung nach sich zog.<a href=\"#_ftn1\" id=\"return-footnote-55\"><sup>[55]<\/sup><\/a> Schon zuvor hatte Escher \u00abdie Dissertationen auf dem Gebiete der mittleren und neueren Kunstgeschichte\u00bb alleine zu begutachten und s\u00e4mtliche \u00abDoktorpr\u00fcfungen auf diesem Gebiet abzunehmen\u00bb, da sich W\u00f6lfflin von Anfang an \u00abvon der Pflicht zur Abnahme von Pr\u00fcfungen\u00bb hatte befreien lassen.<a href=\"#_ftn2\" id=\"return-footnote-56\"><sup>[56]<\/sup><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_184\" aria-describedby=\"caption-attachment-184\" style=\"width: 211px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-211x300.jpg\" alt=\"Franz Stadler\" class=\"wp-image-184 size-medium\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-211x300.jpg 211w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-719x1024.jpg 719w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-768x1094.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-1079x1536.jpg 1079w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-65x93.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-225x320.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12-350x498.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_12.jpg 1264w\" sizes=\"(max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-184\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 12: Franz Stadler, 1914.<br \/>UZH-Archiv AB.1.0949; Foto: Franz Schmelhaus, Z\u00fcrich.<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Lehre wurde Escher unterst\u00fctzt durch die Privatdozenten Franz Stadler (1877\u20131959; Abb. 12), der schon 1913 unter Zemp seine Lehrt\u00e4tigkeit aufgenommen hatte und 1929 zum Titularprofessor ernannt worden war,<a href=\"#_ftn3\" id=\"return-footnote-57\"><sup>[57]<\/sup><\/a> Hans Hoffmann, dem wir weiter unten als Nachfolger von Escher wieder begegnen werden, Gotthard Jedlicka und Josef Gantner. 1939 gelangte die Fakult\u00e4t an den Erziehungsrat mit der Bitte um Wiederbesetzung der zweiten Professur unter Hinweis darauf, dass die Kunstgeschichte seit einigen Jahren \u00abung\u00fcnstiger da[stehe], als vorher viele Jahrzehnte lang\u00bb; die Universit\u00e4t Z\u00fcrich sei die einzige Hochschule in der Schweiz, \u00abin der dieses Fach, das im Doktorexamen als Hauptfach gew\u00e4hlt werden kann, nur durch ein einziges Extraordinariat vertreten wird\u00bb.<a href=\"#_ftn4\" id=\"return-footnote-58\"><sup>[58]<\/sup><\/a> Es gehe \u00abauf die Dauer nicht an, sich auf das Vorhandensein von Privatdozenten zu verlassen. Neben dem dringend notwendigen Ausbau des Faches legt auch die R\u00fccksicht auf die F\u00f6rderung des akademischen Nachwuchses es nahe, nicht auf unbeschr\u00e4nkte Zeit Kr\u00e4fte unentgeltlich in Anspruch zu nehmen, die nach der Leistung Anspruch auf eine solche F\u00f6rderung haben.\u00bb Es wird bei dieser Gelegenheit daran erinnert, dass die Fakult\u00e4t bereits beim R\u00fccktritt Zemps 1928 und der Ernennung Eschers zu dessen Nachfolger erkl\u00e4rt habe, \u00abda\u00df es notwendig sein werde, nach dem R\u00fccktritt W\u00f6lfflins neben Escher eine zweite Pers\u00f6nlichkeit zu stellen, [\u2026] da es im Wesen der Sache liege, da\u00df in diesem Fache eine mehr stofflich gerichtete Pers\u00f6nlichkeit erg\u00e4nzt werden m\u00fcsse durch eine zu Systematik und allgemein geisteshistorischen Gesichtspunkten neigende\u00bb. 1934, beim R\u00fccktritt von W\u00f6lfflin, sei es \u00abnur die R\u00fccksicht auf die Krise\u00bb gewesen, die die Fakult\u00e4t daran gehindert habe, \u00abihren Standpunkt erneut zu vertreten\u00bb. Nach wie vor sei sie \u2013 die Fakult\u00e4t \u2013 der Meinung, \u00abda\u00df dieses gewaltige Gebiet nicht von einer einzelnen Pers\u00f6nlichkeit vertreten werden\u00bb k\u00f6nne. Hinzu komme \u00abals au\u00dferordentliche Erweiterung [\u2026] die Kunst des 19. Jahrhunderts\u00bb, die \u00abzu den bisherigen Aufgaben hinzugetreten\u00bb sei, weshalb es sich \u00abvon selber ergeben\u00bb werde, dass das hier erneut beantragte Extraordinariat \u00abbesonders dieses Gebiet als Zentrum haben wird\u00bb. Aus diesen Erw\u00e4gungen heraus habe die Fakult\u00e4t eine Kommission damit beauftragt, \u00abf\u00fcr einen zeitgem\u00e4\u00dfen Ausbau des akademischen Unterrichtes in Kunstgeschichte Vorschl\u00e4ge zu machen.\u00bb Au\u00dfer den drei eigenen Privatdozenten Stadler, Hoffmann und Jedlicka sei auch der akademische Nachwuchs der \u00fcbrigen Schweizer Universit\u00e4ten \u00abin die \u00dcberlegungen einbezogen\u00bb worden, wobei \u00abhiervon einzig Privatdozent Dr. Reinhardt in Basel nach Pers\u00f6nlichkeit und Leistungen eine ernsthafte und sorgf\u00e4ltige Ber\u00fccksichtigung bedurfte\u00bb.<a href=\"#_ftn5\" id=\"return-footnote-59\"><sup>[59]<\/sup><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_185\" aria-describedby=\"caption-attachment-185\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-300x142.png\" alt=\"Cover von Gotthard Jedlickas Buch Henri de Toulouse-Lautrec\" class=\"wp-image-185 size-medium\" width=\"300\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-300x142.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-1024x486.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-768x364.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-1536x729.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-2048x971.png 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-65x31.png 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-225x107.png 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_13-350x166.png 350w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-185\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 13: Cover von Gotthard Jedlickas Buch Henri de Toulouse-Lautrec (Berlin 1929), auf dessen Basis Jedlicka 1928 an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich promoviert worden war. <br \/>Foto: ZBZ.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vorgeschlagen wurde schliesslich Gotthard Jedlicka (1899\u20131965), der zun\u00e4chst Primar- und Sekundarlehrer gewesen war und erst w\u00e4hrend seiner Lehrt\u00e4tigkeit als solcher kunsthistorische Veranstaltungen an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich besuchte.<a href=\"#_ftn6\" id=\"return-footnote-60\"><sup>[60]<\/sup><\/a> 1928 war er an seiner Alma Mater auf Basis einer Schrift \u00fcber Toulouse-Lautrec, dessen Werk er w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Paris-Aufenthaltes kennengelernt hatte, promoviert worden (Abb. 13); f\u00fcr seine 1934 ebenfalls an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich vollzogene Habilitation hatte er eine Studie zum <em>Meister der Karlsruher Passion<\/em> und eine Schrift mit dem Titel <em>Beitr\u00e4ge zu einer Charakteristik der Malerei von Edouard Manet<\/em> eingereicht und die Venia f\u00fcr mittlere und neuere Kunstgeschichte erhalten.<a href=\"#_ftn7\" id=\"return-footnote-61\"><sup>[61]<\/sup><\/a> W\u00f6lfflin und Escher als amtierende Fachvertreter hatten das Habilitationsgesuch von Jedlicka zwar unterst\u00fctzt und seine \u00abfeine Einf\u00fchlungsgabe in k\u00fcnstlerische Werte\u00bb hervorgehoben, aber auch darauf hingewiesen, dass es aus Sicht des Faches derzeit (i. e. 1934) kein Bed\u00fcrfnis nach einer weiteren Fachkraft gebe, da der aktuelle Lehrk\u00f6rper mit seinen beiden Professoren und seinen drei das \u00abGesamtfach der mittleren und neueren Kunstgeschichte\u00bb abdeckenden Privatdozenten f\u00fcr die damals circa acht Fachstudierenden mehr als ausreichend sei.<a href=\"#_ftn8\" id=\"return-footnote-62\"><sup>[62]<\/sup><\/a> Begr\u00fcndet wurde der Vorschlag zur Wahl Jedlickas zum Extraordinarius 1939 dann unter anderem damit, dass \u00abder gegenw\u00e4rtig einzige Fachvertreter der Fakult\u00e4t, Professor Dr. Konrad Escher, [\u2026] bei all seiner umfassenden T\u00e4tigkeit [\u2026] die \u00e4ltere Kunst einschlie\u00dflich der Architektur\u00bb bevorzuge; \u00abeine Hilfe und Entlastung w\u00fcrde er am ehesten in Hinblick auf Dissertationen und Vorlesungen \u00fcber moderne Kunst begr\u00fc\u00dfen und erstreben. [\u2026]<\/p>\n<figure id=\"attachment_186\" aria-describedby=\"caption-attachment-186\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-189x300.jpg\" alt=\"Cover des 2019 erschienenen Buches zu Jedlicka und seinen spezifischen kunsthistorischen Analyse- und Lehrmethoden.\" class=\"wp-image-186 size-medium\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-189x300.jpg 189w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-644x1024.jpg 644w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-768x1221.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-966x1536.jpg 966w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-1288x2048.jpg 1288w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-65x103.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-225x358.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-350x557.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_14-scaled.jpg 1610w\" sizes=\"(max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-186\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 14: Cover des 2019 erschienenen Buches zu Jedlicka und seinen spezifischen kunsthistorischen Analyse- und Lehrmethoden.<br \/>Foto: KHIST.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Weite des Werks von Dr. Jedlicka offenbart eine geistige Spannkraft, die ihn vor den drei andern Anw\u00e4rtern deutlich heraushebt. Sie zeigt seine Gabe, in geordnetem Wechsel sich in ein Bild zu versenken und wieder sich \u00fcber das Material zu erheben, die Inhalte und ihre Darstellungen durch mannigfaltige Beziehungen vom Bild zum K\u00fcnstler und zu dessen Absicht zu deuten und in ihrer Bedeutsamkeit zu erfassen und zu schildern und dem K\u00fcnstler in der Kunst und Kultur seinen Platz anzuweisen.\u00bb<a href=\"#_ftn9\" id=\"return-footnote-63\"><sup>[63]<\/sup><\/a> Auf dieser Basis wurde Jedlicka zum Wintersemester 1939\/40 zum \u00abau\u00dferordentlichen Professor f\u00fcr Kunstgeschichte unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit Einschlu\u00df der Schweizerischen Kunst dieses Zeitalters\u00bb ernannt, wie damals \u00fcblich zun\u00e4chst f\u00fcr eine Amtsdauer von sechs Jahren. Als Lehrverpflichtung wurden 5\u20138 Wochenstunden Vorlesungen und \u00dcbungen festgesetzt, und erstmals ist im Regierungsratsbescheid zur Wahl von Jedlicka davon die Rede, dass mit der Professur \u00abdie Mitbeteiligung an der Leitung des Kunstgeschichtlichen Seminars\u00bb verbunden sei. Zudem, so wird festgehalten, sei Jedlicka \u00abbei der Wahl von Vorlesungen aus der \u00e4lteren Kunstgeschichte [\u2026] gehalten, sich des Einverst\u00e4ndnisses von Prof. Dr. K. Escher zu versichern\u00bb.<a href=\"#_ftn10\" id=\"return-footnote-64\"><sup>[64]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Mit seinem Schwerpunkt in der neueren und neuesten Malerei hatte Jedlicka allerdings ein ganz eigenes Profil, so dass es nur selten \u2013 etwa im Bereich der Renaissancekunst \u2013 zu Doppelungen kam.<a href=\"#_ftn11\" id=\"return-footnote-65\"><sup>[65]<\/sup><\/a> Seine Vorlesungen, etwa jene zu \u00abGreco, Velazquez, Goya\u00bb (im WS 1946\/47) oder \u00abDer franz\u00f6sische Impressionismus\u00bb (im WS 1947\/48), erfreuten sich beim Publikum grosser Beliebtheit und zogen jeweils \u00fcber 150 Studierende und H\u00f6rer:innen an.<a href=\"#_ftn12\" id=\"return-footnote-66\"><sup>[66]<\/sup><\/a> (Abb. 14)<\/p>\n<figure id=\"attachment_187\" aria-describedby=\"caption-attachment-187\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-231x300.jpg\" alt=\"\u00dcbersicht \u00fcber die Professuren f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\" class=\"wp-image-187 size-medium\" width=\"231\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-231x300.jpg 231w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-788x1024.jpg 788w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-768x998.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-1182x1536.jpg 1182w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-1576x2048.jpg 1576w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-65x84.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-225x292.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-350x455.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/116\/2022\/05\/Jaeggi_Abb_15-scaled.jpg 1970w\" sizes=\"(max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-187\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 15: \u00ab\u00dcbersicht \u00fcber die Professuren f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\u00bb, 1870-1944; Beilage zur \u00abEingabe der Philosophischen Fakult\u00e4t I vom 27. Oktober 1944 betr. Professur f\u00fcr Kunstgeschichte\u00bb.<br \/>UZH-Archiv AB.1.0444; Foto: Carola J\u00e4ggi.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eschers krankheitsbedingter R\u00fccktritt im Sommer 1944 bescherte Jedlicka ein unerwartet rasches Upgrade zum Ordinarius.<a href=\"#_ftn13\" id=\"return-footnote-67\"><sup>[67]<\/sup><\/a> Obwohl Escher vor Erreichung der Altersgrenze ausschied, sein R\u00fccktritt also zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeplant war, reagierte die Fakult\u00e4t umgehend und nahm die Situation zum Anlass, \u00abf\u00fcr die Kunstgeschichte die Schaffung eines vollen Ordinariates zu beantragen. Sie weist darauf hin, da\u00df die Kunstgeschichte an Bedeutung st\u00e4ndig zunehme und sowohl im Rahmen der Fakult\u00e4t als nach au\u00dfen einer Vertretung bed\u00fcrfe, die dieser Bedeutung angemessen sei. Mit Nachdruck hebt die Fakult\u00e4t ferner hervor, da\u00df nur eine planm\u00e4\u00dfig durch lange Zeit zentral und verantwortlich gef\u00fchrte Sammlung von Druckschriften und Kopien aller Art den Vorlesungen des Dozenten denjenigen Rahmen zu geben verm\u00f6ge, der eine fruchtbare Vertiefung seitens der Studierenden erm\u00f6gliche, und da\u00df die Betreuung der stark anwachsenden und weiter sich vermehrenden Best\u00e4nde der kunstgeschichtlichen Abteilung eine Aufgabe sei, die \u00fcber den Aufgabenkreis eines Extraordinariates hinausgehe. Die Fakult\u00e4t hofft, das heutige kunstgeschichtliche Seminar k\u00f6nne dereinst zu einem eigentlichen Institut ausgebaut werden. Wenn sie noch keinen festumrissenen Antrag in dieser Richtung stellt, l\u00e4\u00dft sie sich vor allem durch die R\u00fccksicht auf die gegenw\u00e4rtige Raumnot an der Universit\u00e4t leiten.\u00bb<a href=\"#_ftn14\" id=\"return-footnote-68\"><sup>[68]<\/sup><\/a> (Abb. 15) Hochschulkommission und Erziehungsrat stimmten der Errichtung eines Ordinariates f\u00fcr Kunstgeschichte zu und schlugen \u00abf\u00fcr das Ordinariat und die Betreuung des Seminars oder eines allf\u00e4lligen k\u00fcnftigen kunstgeschichtlichen Institutes\u00bb Gotthard Jedlicka vor, da von den \u00abdenkbaren schweizerischen Anw\u00e4rtern\u00bb keiner diesem gleichzustellen sei und das \u00abdeutschsprachige Ausland [\u2026] aus naheliegenden Gr\u00fcnden\u00bb \u2013 der 2. Weltkrieg war noch nicht beendet \u2013 \u00abau\u00dfer Betracht gelassen\u00bb werde.<a href=\"#_ftn15\" id=\"return-footnote-69\"><sup>[69]<\/sup><\/a> Jedlicka wurde daraufhin zum Sommersemester 1945 ordentlicher Professor f\u00fcr neuere und neueste Kunstgeschichte mit einer Lehrverpflichtung von 8\u201312 Wochenstunden. Zus\u00e4tzlich sei mit dieser Professur \u00abdie Leitung des Kunstgeschichtlichen Seminars und der Bibliothek verbunden\u00bb.<a href=\"#_ftn16\" id=\"return-footnote-70\"><sup>[70]<\/sup><\/a> Mehrfach also \u2013 und dies ist der Grund, weshalb dieser Regierungsratsbeschluss so ausf\u00fchrlich zu Worte kommt \u2013 wird hier auf eine Institutionalisierung der Z\u00fcrcher Kunstgeschichte angespielt, auf die Notwendigkeit, sie zu einem \u2039eigentlichen Institut\u203a auszubauen und mit den n\u00f6tigen Infrastrukturen, allen voran einer ad\u00e4quaten Bibliothek und einer Bildersammlung, auszustatten. Weiter unten wird dieser Punkt nochmals gesondert thematisiert werden.<\/p>\n<div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn1\" id=\"_ftn1\"><\/a>[55] Vgl. dazu den Schriftwechsel zwischen Dekanat der Philosophischen Fakult\u00e4t I und Erziehungsdirektion im November 1934 (UZH-Archiv AL.7.41). <a href=\"#return-footnote-55\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 55\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn2\" id=\"_ftn2\"><\/a>[56] Vgl. die \u00abBeilage 1) zur Eingabe der phil. Fakult\u00e4t I vom 27. Oktober 1944 betr. Professur f\u00fcr Kunstgeschichte\u00bb im Dossier AB.1.0444 des UZH-Archivs. <a href=\"#return-footnote-56\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 56\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn3\" id=\"_ftn3\"><\/a>[57] Der geb\u00fcrtige Ungare Stadler hatte zuerst \u00abtechnische Studien\u00bb in M\u00fcnchen und Berlin, dann Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin und Basel studiert; 1906 Promotion in M\u00fcnster i. W. zu Hans Multscher und dessen Werkstatt, 1913 Habilitation in Z\u00fcrich mit einer Arbeit \u00fcber Michael Wolgemut und den N\u00fcrnberger Holzschnitt im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts, seit WS 1913\/14 PD mit <em>venia<\/em> \u00abNeuere Kunstgeschichte\u00bb; 1929 Ernennung zum Titularprofessor (alle Angaben aus Dokumenten in den Dossiers AB.1.0949 und AB.1.0487 des UZH-Archivs). <a href=\"#return-footnote-57\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 57\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn4\" id=\"_ftn4\"><\/a>[58] So res\u00fcmiert im RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-58\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 58\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn5\" id=\"_ftn5\"><\/a>[59] Alle Zitate aus dem in der letzten Anm. genannten RRB. Dass Joseph Gantner nicht unter den in die engere Wahl genommenen Kandidaten figuriert, war seiner Wahl als Ordinarius f\u00fcr Kunstgeschichte an die Universit\u00e4t Basel zum WS\/SS 1938 geschuldet; vgl. den Eintrag zu Joseph Gantner in: Munzinger Online\/Personen \u2013 Internationales Biographisches Archiv, URL: http:\/\/www.munzinger.de\/document\/00000007877 (aufgerufen am 24. August 2021). <a href=\"#return-footnote-59\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 59\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn6\" id=\"_ftn6\"><\/a>[60] Biographische Angaben zu Jedlicka aus dem RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 und weiteren Dokumenten im Dossier AB.1.0487 des UZH-Archivs. Vgl. auch Reinle, Adolf: Professor Gotthard Jedlicka, 6. Mai 1899 bis 9. November 1965 (Nekrolog), in: JbUZH 1965\/66, S. 90f. sowie den Beitrag von Roger Fayet in diesem Band. <a href=\"#return-footnote-60\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 60\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn7\" id=\"_ftn7\"><\/a>[61] RRB vom 30. Juli 1934, Nr. 555. Im Schreiben des Dekans an die Direktion des Erziehungswesens des Kantons Z\u00fcrich vom 25. Juli 1934 heisst es, dass die Fachvertreter in den Gutachten zur Habilitation von Jedlicka vor allem dessen \u00abk\u00fcnstlerische Einf\u00fchlungsgabe\u00bb betont h\u00e4tten \u00abund sein lebendiges Verh\u00e4ltnis zur modernen Malerei\u00bb, aber seiner \u00abDarstellungsgabe\u00bb ein \u00abfeuilletonistischer Einschlag\u00bb attestiert h\u00e4tten. Beide Dokumente finden sich im Dossier AB.1.0487 im UZH-Archiv. <a href=\"#return-footnote-61\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 61\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn8\" id=\"_ftn8\"><\/a>[62] Vgl. das von W\u00f6lfflin und Escher unterzeichnete Schreiben \u00abHabilitationsgesuch von Dr. Gotthard Jedlicka\u00bb vom 18. bzw. 19. Juni 1934 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-62\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 62\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn9\" id=\"_ftn9\"><\/a>[63] Dieses und die nachfolgenden Zitate stammen wiederum aus dem in Anm. 58 genannten RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990. Maurer z\u00e4hlte Jedlicka 1983 \u00abzu den letzten Repr\u00e4sentanten der Erlebnis\u00e4sthetik\u00bb; Maurer 1983 (wie Anm. 2), S. 552. <a href=\"#return-footnote-63\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 63\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn10\" id=\"_ftn10\"><\/a>[64] RRB vom 13. Juli 1939, Nr. 1990 (wie Anm. 58 und 63). <a href=\"#return-footnote-64\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 64\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn11\" id=\"_ftn11\"><\/a>[65] Vignau-Wilbert 1976 (wie Anm. 4), S. 124. <a href=\"#return-footnote-65\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 65\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn12\" id=\"_ftn12\"><\/a>[66] Dies ist der \u00abFrequenz der Vorlesungen von PD G. Jedlicka, von WS 1935\/36 bis SS 1949\u00bb zu entnehmen (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-66\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 66\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn13\" id=\"_ftn13\"><\/a>[67] Zur Entlassung von Escher siehe den RRB vom 22. Juni 1944, Nr. 1459 (UZH-Archiv AB.1.0228). Escher stand damals in seinem 63. Lebensjahr, im September desselben Jahres starb er. <a href=\"#return-footnote-67\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 67\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn14\" id=\"_ftn14\"><\/a>[68] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). Im zugrundeliegenden Antrag der Fakult\u00e4t an die Erziehungsdirektion des Kantons Z\u00fcrich vom 27. Oktober 1944, Betreff: Professur f\u00fcr Kunstgeschichte, heisst es: \u00abDie bisherige Besetzung des Lehrstuhls f\u00fcr Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich\u00bb habe \u00abim Zeichen der traditionellen Verbindung mit der E.T.H. respektive der Nachwirkung dieser Verbindung\u00bb gestanden. Diese Umst\u00e4nde h\u00e4tten es mit sich gebracht, dass \u00abnie eine geschlossene, von einer einzigen Pers\u00f6nlichkeit mit gesamter Arbeitskraft geleitete Forschungs- und Lehrt\u00e4tigkeit\u00bb entwickelt werden konnte. Der \u00abjetzige Zustand\u00bb mit zwei Extraordinariaten sei \u00abeine letzte indirekte Auswirkung der genannten Verflechtung\u00bb, jetzt aber sei der Zeitpunkt gekommen, \u00abum f\u00fcr die Kunstgeschichte, die sichtbar an Bedeutung gewinnt, ein volles Ordinariat zu errichten und dasselbe einer geeigneten Pers\u00f6nlichkeit zu \u00fcbergeben.\u00bb (UZH-Archiv AB.1.0444). <a href=\"#return-footnote-68\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 68\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn15\" id=\"_ftn15\"><\/a>[69] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). Die Fakult\u00e4t hatte in ihrem Antrag vom 27. Oktober 1944, Betreff: Professur f\u00fcr Kunstgeschichte, Jedlicka als \u00abGesamtpers\u00f6nlichkeit\u00bb alle Qualit\u00e4ten \u00abeines zum Ordinariat bestimmten Gelehrten\u00bb attestiert: \u00abwissenschaftliche Originalit\u00e4t, Begabung zum Dozieren, Verantwortlichkeit gegen\u00fcber der neu heranwachsenden Generation, F\u00e4higkeit zur Bildung einer \u2039Schule\u203a, Trieb zur Totalit\u00e4t auf dem eigenen Fachgebiet, erstaunliche Arbeitskraft\u00bb. Als Inhaber eines der beiden gegenw\u00e4rtigen Extraordinariate erf\u00fclle er alle Bedingungen \u00abf\u00fcr den zu errichtenden ordentlichen Lehrstuhl und das auszubauende Institut, mit dessen bisheriger Entwicklung er bereits in verdienstlichster Weise verbunden ist.\u00bb (UZH-Archiv AB.1.0444). <a href=\"#return-footnote-69\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 69\">\u21b5<\/a><\/div>\n<div class=\"footnote\"><a name=\"_ftn16\" id=\"_ftn16\"><\/a>[70] RRB vom 11. Januar 1945, Nr. 72 (UZH-Archiv AB.1.0487). <a href=\"#return-footnote-70\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 70\">\u21b5<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":3,"menu_order":6,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":["carola-jaeggi"],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[61],"license":[],"class_list":["post-182","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","contributor-carola-jaeggi"],"part":84,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/182"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":653,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/182\/revisions\/653"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/84"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/182\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=182"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=182"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/150jahrekunstgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}